Roswitha und Conrad Celtes.
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eines von Celtes selbst. Es ist diese Glorification dev sächsischen
Nonne von Seite dev deutschen Humanisten, die wohl wussten, dass
hiev untev den Namen Roswitha die duvch Celtes in Deutschland
eingeführte Dichtkunst nach dem Mustev der alten römischen Poeten
gemeint sei, nichts anderes als ein Hymnus auf des Celtes Verdienste
um die Verbreitung des Humanismus. Es entspricht ganz und gar
der Art und Weise, wie der gekrönte deutsche Dichter vieles andere
in seinen poetischen Productionen allegorisirte. Es ist auffallend,
dass in der neuesten kritischen Ausgabe der Werke der Roswitha
von Rarack des Celtes Vorrede wie auch die Epigramme der rheinischen
Sodales nicht abgedruckt sind, und dadurch ein wesentlicher
Punct, der bei der Untersuchung über die Echtheit in Frage kommt,
der Kritik entzogen wird.
Betrachten wir nun die von Celtes unter den Namen der Roswitha
edirten Werke näher, so finden wir, dass sie im Grunde alle
historischer Art sind: sie gehören mit Ausnahme des Panegyricus
auf Kaiser Otto I. sämmtlich der Heiligengeschichte an. Nur ist ihre
dichterische Behandlung eine ungleiche, zum Theil eine dramatische,
zum Theil eine epische. Darnach ist die Eintheilung in zwei Büchern
getroffen, wovon das erstere sechs Comödien in Prosa, das andere
acht Legenden in heroischen Versen (nur eine im elegischen Versmass)
umfasst <). Celtes scheint anfänglich die Absicht gehabt zu
haben, die versificirten Dichtungen als erstes Buch vorauszuschicken,
und als zweites die Comödien folgen zu lassen — diese Ordnung ist
auch in dem angeblichen alten Codex beobachtet — aber heim Drucke
umstellte er die Bücher und so finden sich die Comödien an der Spitze.
Jedem Buche wird eine Praefatio Hrosvithae vorausgeschickt:
dem ersten ausserdem noch ihre Epistola ad quosdam sapientes hujus
lihri fautores. Sprechen wir von der Praefatio der Comödien, da sie
im Druck zuerst mitgetheilt wird 3 ), zunächst.
*) Joh, Trithem. scriptt. eccl. 1. c. macht über das Versmass der Legenden die unrichtige
Angabe: In laudes beatae Yirginis elegiaco et hexametrico versu, Item
passionem S. Dionysii Carmine elegiaco, Item de S. Gangolfo et aliis sanctis: nur
das Leben des bl. Gangolf ist im elegischen Yersmass, alle übrigen Legenden sind
in Hexametern geschrieben.
2 ) Nur mit den zwei Worten Hrosvithae Praefatio: im Codex lautet die Überschrift
von der Hand des Celtes: Hrosvithae, illustris mulieris germanae, gente Saxonica
ortae, in sex Comoedias suas praefatio feliciter incipit.