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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

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A  s  c  h  1)  a  c  h

rheinischen  Sodalität  folgen,  lieferte  dann  die  Werke  selbst  ■)  und
zwar:
1.  Sechs  Comödien  in  ungebundener  Rede;
2.  Acht  Legenden,  tlieils  im  heroischen,  theils  im  elegischen
Versmasse  und  endlich
3.  Ein  Lobgedicht  in  Hexametern  auf  Kaiser  Otto  den  Grossen.
Besprechen  wir  einen  jeden  Theil  des  Buches  besonders  und
heben  wir  die  Eigentlnimlichkeiten  der  einzelnen  Stücke  näher
hervor.
Die  Vorrede  des  Celtes,  welche  bisher  von  denen,  welche  sich
mit  den  Werken  der  Roswitha  beschäftigten,  wenig  oder  nicht  beachtet ­
  worden  ist,  gibt  mehrere  Winke  und  Aufschlüsse  über  das  Verhältniss
  des  gekrönten  Dichters  zu  den  von  ihm  herausgegebenen
poetischen  Productionen.  Es  kommen  in  der  Präfatio  offenbare  Entstellungen ­
  des  Sachverhaltes  vor,  es  finden  sich  darin  auffallende
Reticenzen  und  ein  sichtbares  Abmühen,  um  darzulegen  und  glaublich
zu  machen,  dass  eine  solche  ausserordentliche,  ja  wundervolle  Erscheinung ­
  auf  dem  Gebiete  der  mittelalterlichen  Litteratur  Deutschlands ­
  möglich  gewesen.
Celtes  gibt  in  seiner  Vorrede,  welche  1S01  geschrieben  ist,  an:
er  habe  vor  nicht  langer  Zeit  (nuper)  in  einem  Benedictinerkloster
  einen  alten  Codex  mit  den  Werken  der  sächsischen  Nonne

1 )  Der  Titel  des  in  Folio  erschienenen  Buches  lautet  vollständig-:  Opera  Hrosuite  illustris
  virginis  et  moninlis  germane,  gente  Saxonica  orte,  nuper  a  Conrado  Gelte
inventa.  Am  Schluss  steht:  Finis  operuin  Hrosuite  clarissime  virginis  et  monialis
germaniee,  gente  Saxonica  orte.  Impressum  Norunberge  sub  privilegio  sodalitatis
Celtice  a  senatu  Romani  imperii  impetrate  (statt  impetrato)  et  quingentesimo  primo
  supra  millesimum.  Es  ist  kein  Drucker  genannt:  der  Druckort  wird  am  Schlüsse
der  Vorrede  angegeben  :  ex  Norimberga  Augusta  Praetoria.  Acht  Holzschnitte  sind
dem  Werke  beigefügt.  Einen  ziemlich  incorrecten  Abdruck  der  seltenen  edilio
princeps,  welche  Maugerard,  Esprit  des  Journaux.  Avril  1788.  p.  257  fgg.  genau
beschreibt,  hat  H.  L.  Schurzfleisch,  Wittenberg.  1707.  4.  geliefert.  Obschon  einzelne ­
  Theile  der  Sammlung  später  besonders  herausgegeben  worden,  so  ist  doch
erst  in  unsern  Tagen  eine  kritische  Gesammtausgabe  erschienen  von  K.  A.  Barack, ­
  die  Werke  der  Hrotsvitha.  Nürnb.  1858.  8.  Es  fehlen  jedoch  in  dieser  Ausgabe ­
  die  Vorrede  des  Celtes,  die  Argumenta  der  Legenden  und  die  Epigramme
der  rheinischen  Sodales  auf  die  Roswitha.
            
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