138
Müller
lassen sich innerhalb der Algonkin-Sprachen nicht mehr als solche erkennen.
Wenigstens gilt dies von jener Art derselben, welche als
Träger des Sprachstoffes (/.y.r' i^oyrjv) gelten können, und welche
man’innerhalb der flectirenden Sprachen mit dem Ausdrucke Stoffwurzeln
bezeichnet.
Gewiss waren einmal sämmtliche Urelemente formell einsilbig:
dieser Zustand reicht aber — wie auch anderwärts — über die gesprochene
Sprache hinaus und muss hier, wo die Mittel zu seiner
Feststellung fehlen, ausser der wissenschaftlichen Betrachtung bleiben.
Sämmtliche Elemente, aus welchen die Sprache ihre Formen
zusammensetzt, zerfallen nach ihrer äusseren Form in zwei Abtheilungen
:
I. Elemente von meistens mehr als einsilbigem Baue, welchen
die Anschauung von etwas Thatsächlichem zu Grunde liegt. — Sie
entsprechen in gewissem Sinne den unfleetirten Wortstämmen der
flectirenden Sprachen, d. h. sie sind den Stammbildungen oder Themen
der letzteren parallel, von denen sie erst der weitere Bildungsprocess
scheidet.
II. Elemente, welche einsilbig sind und Formen und Verhältnisse
bezeichnen. — Sie entsprechen so ziemlich den Formelementen der
flectirenden Sprachen.
Aus der Verbindung der Stoffelemente mit den einsilbigen Formelementen
erwächst das Wort.
III. Form des Wortes.
Die Wortbildung geht innerhalb der Algonkin-Sprachen durch
Suffigirung der Formelemente an die Stoffelemente vor sich. —
Nur das possessive Pronomen macht eine Ausnahme; es wird stets
präfi girt.
IV. Redetlieile.
Bekanntlich ist in den meisten Sprachen eine scharfe Scheidung
des prädicativen und abhängigen Verhältnisses von der grössten
Wichtigkeit und beruht auf demselben die Sonderung des ganzen
Sprachschatzes in zwei Kategorien: Verbum und Nomen. Ein und
dasselbe Thema kann überall dort, wo dieser Unterschied aufgefasst