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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Dekretalen  zwischen  den  Decretales  Gregorii  IX.  etc.

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heit  ersichtlich,  dass  beide  verschiedene  Verfasser  haben.  Hierdurch
aber  ist  der  Beweis  erbracht,  dass  es  verschiedene  Sammlungen ­
  von  Extravaganten  gab,  und  diese  auch  wissenschaftlich ­
  behandelt  wurden.  Für  diese  Behauptung  stehen
noch  andere  gewiss  triftige  Beweisgründe  zur  Verfügung,  und  zwar
1.  dass  Johannes  Andreae  wiederholt  Extravaganten  anführt,  aus
denen  die  betreffenden  Capitel  des  Sextus  excerpirt  seien  und  verschiedene ­
  Anfangsworte  derselben  mittheilt.  So  zum  c.  si  pro  clericis
  de  praeb.  „tracta  fuit  de  extrav.,  quae  inc.  venerabilibus  frutribns,
  alias  super  provisione,“  zu  c.  ne  captandae  de  conc.  praeb.
„extr.  licet,  alias  audivimus“,  zu  c.  si  post  2  de  confess.  „extr.
Retulisti,  alias  dil.  filiozu  c.  5.  de  priv.  „extr.  quia  pro  qualitate,
  alias  quoniam“.  Die  Prager  Sammlung  hat  das  zuerst  citirte
unter  dem  ersteren,  die  hier  besprochene  Münchner  unter  dem  letzten ­
  Schlagworte.  Damit  ist  aber  zugleich  bewiesen,  dass  man  mit
den  Schlagworten  allein  nichts  beweist,  sondern  jedesmal  genau  den
Inhalt  vergleichen  muss.  Dass  dies  von  mir  mit  peinlicher  Genauigkeit ­
  geschehen,  dürften  wohl  die  Bemerkungen  zu  den  Capiteln  auch
jene  lehren,  die  nicht  in  der  Lage  sind,  Einsicht  in  die  Handschriften
zu  nehmen.  2.  Derselbe  giebt  wiederholt  an,  dass  die  von  ihm  als
Quelle  citirte  Extravagante  unter  dem  oder  jenem  Titel  stehe,  und
zwar  auch  bezüglich  solcher  Extravaganten,  die  in  keiner  bisher
bekannten  officiellen  Sammlung  standen,  insbesondere  von  Alexander ­
  IV.  und  Clemens  IV.  Will  man  nun  hieraus  nicht  folgern,  was
gewagt  wäre,  dass  von  diesen  officielle  Sammlungen  bestanden  hätten,
so  muss  man  annehmen,  dass  es  private  gab.  Da  er  aber  auch  Meinungen ­
  der  Glossatoren  zu  solchen  anführt,  unterliegt  keinem  Zweifel,
d  ass  jene  Sammlungen  sich  im  Gebrauche  befanden.  Ich
führe  zum  Belege  an:  zu  c.  10.  de  elect.  führt  er  an,  es  sei  aus  der
Extrav.  Alex.  dil.  filii  u.  „Garsias  habebat  eam  suh  rühr,  de  elect.,
Guil.  de  rescr.,  Hast,  de  appell.“,  zu  c.  exsecutor  vero  4.  de  conc.
praeb.  „fuit  tracta  haec  decret.  de  extrav.,  quae  inc.  eodem  titulo  c.
sicut  ex  parte  et  §.  potest  tarnen.“  Ob  nicht  dieser  §.  die  num.  6
der  Münchner  Sammlung  ist,  kann  ich  nicht  sagen,  da  ich  leider
nicht  alle  abgeschrieben  habe,  zu  c.  cum  C.  laicus  3  de  foro  comp,
„tracta  fuit  haec  decret.  de  extrav.  Clementis,  quae  ine.  Sun  nobis
nobilis  vir  Henricus  eodem  titulo“.  zu  c.  statuto  2  de  decimis:  „ponebatur
  olim  haec  decret.  sub  titulo  de  statu  monachorum  et  ineip.
            
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