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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Dekretulen  zwischen  den  Decretales  Gregorii  IX.  etc.

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Intioc.  IV.  handelt.  Der  Codex  wird  von  ihm  in’s  13.  Jalirh.  gesetzt.
Oh  er  identisch  ist  mit  Sampson  de  Calvo  mönte,  von  dem  dort
Cod.  I.  eine  lectura  sup.  appar.  Hostiensis  beschrieben  wird,  vermag
ich  nicht  zu  sagen.  Auch  Philipps  IV.  S.  328  lässt  es  dahingestellt. ­

VIII.  Der  letzte  Canonist,  von  dem  eine  Glosse  zu  den  Constitutionen ­
  Innocenz  IV.  existirt,  ist  Boetinus,  wie  er  in  der  Handschrift
heisst,  oder  Boatinus,  wie  ihn  Jo.  Andreae  constant  nennt,  aus
Mantua,  daher  Mantuanus  genannt.  Ich  habe  seine  Werke  wieder
entdeckt 24 ),  da  seit  Jo.  Andreae  nirgends  eine  Kunde  von  Handschriften ­
  derselben  existirt.  Von  ihm  enthält  der  bereits  beschriebene
Codex  I.  B.  4.  des  böhm.  Museums  in  Prag  fol.  1—70.  die  lectura
super  decretales,  fol.  70—73.  den  apparatus  ad  dccretales  Gregorii ­
  X.  Dass  aber  dieser  Commentar  ihm  angehört,  beweisen  die
Citate  von  Joh.  Andreae  in  der  Glossa  ord.  zum  Sextus.  Hier  wird
er  nach  meinen  Aufzeichnungen  an  folgenden  Stellen  citirt:  a.  zu  c.
eum  qui  de  eo  qui  mitt.  additio.  „Et  approbat  haec  decretal.,  quae
notavit  Yin.  (centius)  sup.  ut  Ute  non  contest.  c.  tua,  item  decretal.
ista,  ut  dixit  Boatinus,  non  superfluit  propter  decretal.  quoniam  §.
porro,  ut  Ute  ■non  contest.,  quia  ille  •§.  specialiter  tractat  de
electione,  ista  decret.  generaliter  de  causa  beneficii.“  In  unserer
Handschrift  heisst  es  nun  an  dieser  Stelle:  „quidam  dicere  voluerunt,
  quod  haec  constitutio  superfluit  per  id,  quod  legitur  supra
ut  Ute  non  contest,  quoniam  §  porro;  alii  dicunt,  quod  non.
Sed  qualiter  haec  intelligatur,  notavi  in  illo  §.  porro  secundum
dominum  bo.  25 )  Intelügitur  tarnen  haec  constitutio,  cum  agitur  de

2i )  Und  dies  in  der  ersten  Aufl.  meines  Lehrb.  des  Kirchenr.  S.  G7.  mitgetheilt.
25 )  Ist  offenbar  identisch  mit  dem  sonst  hei  ihm  vorkommenden:  „dtommosbononienses^
wofür  der  öftere  Gebrauch,  die  .Meinungen  der  Bologneser  Juristen  zu  citiren,  des
Boatinus  (s.  unten  nota  29.)  spricht,  sodann,  dass  in  der  Stelle,  auf  die  er  verweist, ­
  deutlich  „dominos  bo.“  abgekürzt  steht,  und  er  dort  ausführlich  die
Meinung  der  Glosse  darlegt.  Dieselbe  Art  zu  referiren  kommt  vor  im  c.  statuimus
  de  elect.,  wo  es  heisst:  „Sed  numquid  officium  conservatoris  expirat  mortuo
papa,  qui  eundem  conservatorem  deputaveral,  hanc  quaestionem  disputavit  dominus ­
  bo.  [d.  h.  ein  Bologneser,  wenn  nicht  ein  Schreibfehler  da  ist]  in  contrarium,
seil,  quod  non  expirat.“  ad  c.  cum  secundum  X.  de  tempor.  ord.  „dominus  bo.
hanc  reputat  meliorem.“  Oder  sollte  er  mit  „dominus  bo.“  seinen  Lehrer  Petrus
de  Sampsone,  der  zu  Bologna  lehrte,  bezeichnen  wollen?  der  Gebrauch  „dominus“ ­
  für  den  besonderen  Lehrer  spricht  dafür.
            
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