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Z i n g e r I e
ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an. Von der Schreibweise ist zu
bemerken, dass in den Flexionen sehr häufig i statt e vorkommt
z. B. sinis, alliz, gotis, kämin etc. Für ae steht e, z. B. mere (maere),
kemin, brehtin ete., statt ü steht iu, z. B. fiurbaz, fiunvär.
B. Als mir 1859 die provisorische Leitung der hiesigen k. k.
Universitätsbibliothek anvertraut war, entdeckte ich als Vorklebblätter
die vier mitgetheilten Fragmente, die ich sorgfältig loslöste, und die
nun mit andern Bruchstücken alter Handschriften in einer eigenen
Theke aufbewahrt werden. Überdies fand ich dort noch ein kleines
Fragment, dass auf jeder Seite 16 Verse enthält.
div in do lierrin nandin, (a)
mit grozir werlichir craft etc. (Schütze II, 157)
de er gewaltieliche (b)
für abir in ir riche etc. (Schütze II, 160)
Diese Fragmente zeigen durch ihre Züge und ihre Schreibweise
dass sie Reste der nämlichen Handschrift sind, der die Stamser Bruchstücke
angehörten. Eine vollkommene Spalte zählt 39 Verse.
C. Im Jahre 1857 sandte mir Bibliothekar Dr. Gar aus Trient
zwei Pergamentblätter in Kleinfolio zu, die er dort in einem Käseladen
erworben hatte. Sie gehören dem 14. Jahrhundert an, sind zweispaltig
geschrieben, die Spalte zu 42 Versen. Die Initialen sind roth und
blau, ebenso die schlichten Randverzierungen.
Die Schreibweise dieser Handschrift z. B. sigen=sien 1, 18
wer=waere 1, 28, liebi b 82, virre=vire 2, 133, gebotte, gebotten,
schellendan 2, 17, sont 2, 70, weist auf die alamannische Heimat derselben.
D. Im alten Gerichtsarchive zu Meran fand ich 1863 auf dem
Deckel eines Verfachbuches ein sehr verderbtes Pergamentblatt, das
nun auf der k. k. Universitätsbibliothek dahier sich befindet. Es ist
doppelspaltig, hat blaue Initialien und gehörte einer Kleinfoliohandschrift
an, die aus dem Anfänge des 14. Jahrhunderts stammt. Die
Schreibweise ouz 18, taegleieh 57 zeigt, dass diese Handschrift in
Österreich oder Tirol gefertigt worden ist.