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Findlinge. 613
uncler ainander vermischt gelegen; hab ich für unnot gehalten, dieselben
zu beschreiben“ und ähnl. Obwohl Gefertigter nur zu wohl
wusste, wie auch nach diesem grossen Verheerungszuge bis auf den
heutigen Tag mit alten Büchern und Pergamenten gründlich aufgeräumt
wurde, so konnte er sich doch nicht der Hoffnung entschlagen,
dass man noch manche, wenn auch spärliche Reste des einstigen
Handschriftenreichthums auffinden könnte. Die Entdeckung der
Wiltener Handschrift, der Meraner Fragmente des Garei, des Legendenwerkes:
„Der maget kröne“ bestärkte ihn in dieser Überzeugung
und gab ihm neue Zuversicht. Was er bei seinen Nachforschungen
bisher ausser den ebengenannten Funden entdeckt hat,
beschränkt sich nur auf einzelne Blätter; allein selbst diese geben
von der einstigen Fülle beredtes Zeugniss. Denn wir finden darunter
neben einem sehr werthvollen Fragmente des Gotfried’schen Tristan
Bruchstücke der goldenen Schmiede, der Mariengrüsse und zwei
Blätter eines wenigstens mir unbekannten Gedichtes aus der „guten
Zeit“. Einen auffallenden Reichthum muss Tirol an Reimchroniken
besessen haben. Denn aussser den Sentlerischen Abschriften der
^ Christherrechronik, deren eine sich noch im Besitze der Herrn von
Vintler, die andere nun in Wolfenbüttel befindet J ) , fand ich Fragmente
der Rudolf sehen Reimchronik im Kloster Stams und auf der
hiesigen k. k. Universitätsbibliothek, weitere Bruchstücke zweier
verschiedener Handschriften zu Meran und in Trient. Nach diesen
allgemeinen Bemerkungen gehe ich zu den einzelnen Fragmenten,
die ich schliesslich mittheile, über.
I.
In der Handschrift: Item materia iudiciaria (Sign. XXIX, f. 6)
des hiesigen Landesmuseum befand sich ein Vorschlagsblatt (Pergament)
das Verse des Gottfried’schen Tristan enthält. Es bildet zwei
Quartbiätter, deren jedes zwei Columnen, je eine mit 40 Versen hat.
Die rothen oder grünen Initialen sind einfach und schmucklos,
die Schrift ist eine sehr zierliche und sorgfältige Minuskel und scheint
' noch der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts anzugehören. Sie zeigt
i) 1399 geschriben an dem Luog pei Leupolden dem Vintler, der die weil Zöllner
du waz“ Kaiservhronik M. 111, 179,