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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Die  chinesische  Lehre  von  den  regelmässigen  Pulsen.

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Tscliung-king  verabreichte  einst  einem  Kranken  eine  Arznei,
ohne  dies  dem  Arzte  zu  melden.  Der  Arzt  unterliess  es  zu  fragen,
welche  Arzneimittel  früher  angewendet  worden.  Deshalb  erfolgte
die  Veröffentlichung  dieses  Abschnittes,  durch  den  eine  Warnung
ausgedrückt  wird.
Als  weitere  Erklärung  wird  angeführt:
Tschitig-wu-ki  sagt:  Der  Arzt  hält  das  Verderbliche,  dass  der
Puls  und  die  Zeichen  zu  den  Arzneimitteln  in  Verbindung  stehen,
dass  aber  im  Gegentheil  Veränderung  und  Verschiedenheit  eintritt,
für  wunderbar.  Deswegen  gibt  man  der  Krankheit  den  Namen  derjenigen ­
  des  grossen  Yang.
Tschang-tschi-tsung  sagt:  In  dem  Pulse  findet  man  das  grosse
Yang,  und  Gestalt  und  Zeichen  entsprechen  einander.  So  ist  bei
Krankheiten  des  grossen  Yang  der  Puls  schwimmend,  das  Haupt  und
der  Hals  sind  steif,  der  Schmerz  ist  schwer  zu  ertragen.  Deswegen  ist
hier  bei  dem  Pulse  ein  gegenseitiges  Entsprechen  der  Gestalt  und
der  Zeichen.
„Es  sind  einmal  vor  langer  Zeit  Arzneimittel  angewendet  worden,
sie  äussern  jetzt  ihre  Wirkung“.  Man  will  sagen:  Man  schreitet  zum
Absud  als  ob  man  Speise  nähme.  Um  diese  Zeit  hat  sich  das  hingeworfene ­
  Arzneimittel  noch  nicht  in  den  Geweben  verbreitet,  was
gewiss  deswegen  der  Fall  ist,  weil  in  früherer  Zeit  Arzneimittel
angewendet  wurden.
            
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