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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Die  chinesische  Lehre  von  den  regelmässigen  Pulsen.  573
Zeit  bestimmen  ist  die  Zeit  bestimmen,  in  der  die  Heilung  erfolgt
oder  keine  Heilung  erfolgt.
Wenn  man  in  den  Tagen  des  begründeten  Sommers  den  fluthendenund
  grossen  Puls  erhält,  so  ist  dies  die  ursprüngliche  Beschaffenheit, ­
  der  Puls,  den  man  entsprechenderWeise  erhält.  Wenn  ein  solcher ­
  Mensch  erkrankt,  wenn  sein  Leib  stark  schmerzhaft  und  schwer
ist,  so  ist  es  nothwendig,  ihn  schwitzen  zu  machen.  Wenn  der  Leib
am  nächstfolgenden  Tage  nicht  schmerzt  und  nicht  schwer  ist,  so
mag  der  Puls  immerhin  fluthend  und  gross  sein,  es  ist  gewiss  kein
Unrechter  Puls,  sondern  der  Puls  der  Jahreszeit.  Es  ist  nicht  nothwendig, ­
  nochmals  schwitzen  zu  lassen.  Hiermit  wird  gesagt,  dass  der
Zustand  bereits  gehoben  ist.
Es  frägt  sich,  wie  man  diesen  Ausspruch  thun  kann.  Der  Grund
ist:  Wenn  man  im  begründeten  Sommer  den  flutbenden  und  grossen
Puls  erhält,  so  erhält  man  den  Puls  der  Jahreszeit.  Bei  den  vier
Jahreszeiten  richtet  man  sich  nach  diesem  Beispiele.
Als  fernere  Erklärung  wird  angeführt:
Fang-yeu-tschi  sagt:  Hiermit  wird  ausgedrückt,  dass,  wenn
man  bei  dem  Pulse  findet,  dass  die  entsprechende  Zeit  ihm  vorgesetzt
ist,  dies  die  Zeit  ist,  wo  die  Krankheit  gehoben  werden  wird.  Man
hebt  den  Sommer  hervor  und  stellt  ihn  als  Muster  für  das  Übrige
auf.  Man  zeigt,  in  welchem  Sinne  man  zum  Muster  nehmen  solle.
Tsching-schi  sagt:  Im  Frühling  ist  Straffheit,  im  Sommer  Fluthen,
  im  Herbst  haarförmige  Beschaffenheit,  im  Winter  steinartige
Beschaffenheit.  Wenn  man  dies  zu  seiner  Zeit  erhält,  so  ist  es  der
regelmässige  Puls.  Besteht  auch  ein  äusserer  Einfluss  des  Unrechtes,
der  Kälte,  wenn  nur  ein  geringer  Schweiss  ausbricht,  erfolgt  die
Heilung  von  selbst.  Ist  das  Übel  schwer,  so  behandelt  man  es.  Ist  es
leicht,  so  braucht  man  es  nicht  zu  behandeln.  Es  ist  dasselbe,  wovon
es  in  dem  inneren  Buche  heisst:  In  dem  Pulse  findet  man  das  Regelmässige ­
  der  vier  Jahreszeiten.
Tsching-ying-hoei  sagt:  Fluthend  und  gross  ist  der  Puls  des
Erlasses  des  Sommers,  es  ist  auch  der  Puls  der  Vollkommenheit  des
Unrechtes.  Besteht  Krankheit,  so  folgt  er  dem  Unrecht.  Besteht  keine
Krankheit,  so  folgt  er  dem  Erlasse.  Ob  der  Zustand  gehoben  wird,
oder  nicht  gehoben  wird,  braucht  man  nicht  besonders  zu  unterscheiden. ­

Die  nächste  Auseinandersetzung  lautet:
            
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