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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Die  chinesische  Lehre  von  den  regelmässigen  Pulsen.  569
nicht  schnell,  weil  das  Langsame  der  Häufigkeit  der  Schläge  den  Einklang ­
  der  Luft  des  Magens  bekundet.
Ausserdem  werden  noch  folgende  Erklärungen  angeführt:
Fang-yeu-tschi  sagt:  Dass  es  zwei  Arten  der  Langsamkeit  gibt,
ist  in  gegenseitigem  Zusammenfassen  gesprochen.  Es  hat  nämlich  die
Bedeutung,  dass  Luft  und  Blut  im  Einklang  und  regelmässig  sind.
Tsching-tschi  sagt:  Langsamkeit  hat  den  Sinn  der  Gleichmässigkeit
  und  Langsamkeit,  es  hat  den  Sinn  der  Grossartigkeit
und  Langsamkeit.  Es  ist  mit  dem  Schwimmen  und  der  Grösse  verwandt, ­
  mit  dem  Zögern  aber  nicht  verwandt.  Deswegen  nennt  dieses
das  Buch  „schwimmend,  gross  und  weich“,  es  sagt  nicht  „schwimmend, ­
  gross  und  zögernd.“  Bei  Zögern  und  Häufigkeit  des  Pulses  ist
nämlich  von  der  Häufigkeit  der  Schläge  die  Rede.  Bei  Langsamkeit
und  Schnelligkeit  ist  von  der  Gestalt  die  Rede.
Tschang-lu  sagt:  Wenn  der  Puls,  obgleich  schwimmend,  gross
und  weich,  durch  den  Druck  nicht  unterbrochen  wird,  so  ist  er  langsam. ­
  Wenn  er  unter  dem  Drucke  sofort  aushleibt,  so  ist  es  der  leere
Puls,  es  ist  nicht  der  langsame  Puls.
Die  nächste  Auseinandersetzung  King-tschung's  lautet:
Es  wird  gefragt:  Der  Puls  der  Gegend  des  Ostens,  der  Leber,
mit  was  hat  seine  Gestalt  Ähnlichkeit?
Der  Meister  sagt:  Die  Leber  ist  das  Holz.  Es  heisst  mit  Namen:
das  hohle  Yin.  Ist  der  Puls  unbedeutend,  straff,  weich,  schwach  und
lang,  so  ist  dies  der  Puls  der  Leber.  Findet  man  bei  Krankheiten
der  Leber  Weiche  und  Schwäche,  so  erfolgt  Heilung.  Findet  man
aber  den  rein  straffen  Puls,  so  ist  der  Ausgang  tödtlich.  Es  fragt  sich,
woher  man  dieses  weiss.  Ist  der  Puls  straff  gleich  der  Sehne  des
Bogens,  so  ist  das  Eingeweide  der  Leber  verletzt.  Deswegen  weiss
man,  dass  der  Ausgang  tödtlich  ist.
Hierzu  die  Erklärung:  Von  hier  abwärts  folgt  die  Weise,  die
regelmässigen  Pulse  der  vier  Jahreszeiten  und  der  fünf  Eingeweide,
die  Pulse  der  Krankheit  und  die  Pulse  des  Todes  zu  prüfen.
Die  Gegend  des  Ostens  gehört  zu  dem  Holze.  Sie  ist  demFrühlinge
  vorgesetzt  und  bewirkt  den  Wind.  In  dem  Himmel  ist  es  der
Wind,  auf  der  Erde  ist  es  das  Holz,  in  dem  Menschen  ist  es  die
Leber.  Desswegen  wird  gesagt:  Die  Leber  ist  das  Holz.
Was  mit  Namen  „das  Gewebe  des  hohlen  Yin  des  Fusses“
genannt  wird,  dessen  Puls  soll  straff  sein.  Findet  man  ihn  unbedeu-2

            
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