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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

so

B  o  n  i  t  z

rwv  ^a^vjfxärwv  xdSapoiv  den  rraSr^ara  einen  von  nd$r)  unterschiedenen ­
  Sinn  zuzuschreiben.

Überblicken  wir  den  ganzen  verschlungenen  Weg,  auf  welchem
wir  der  Entwicklung  des  Aristotelischen  Gebrauches  von  naSog
nachzugehen  versuchten,  so  zeigt  sich,  dass  in  allen  Stadien  dieser
Entwicklung  naS-op-ara  neben  jxaSri  unterschiedslos  gesetzt  wird.
Mögen  durch  ndSri  Vorgänge  überhaupt,  insbesondere  leidentlicher,
unfreiwilliger  Art,  oder  mögen  solche  Vorgänge  bezeichnet  sein,
die  das  natürliche  Gleichmass  eines  Wesens  aufheben  und  dasselbe
mit  Lust  oder  Leid  erfüllen,  oder  mögen  KdSr t  der  Ausdruck  sein
für  die  Bestimmtheiten  des  Stoffes  oder  einer  Substanz  oder  für
eonsecutive,  nicht  constituirende  Merkmale  eines  Begriffes:  überall
finden  wir  neben  KdSv  gelegentlich  naSr^ara  gebraucht.  Das
letztere  Wort  ist  allerdings  überhaupt  das  ungleich  seltenere,  und
zwar  in  dem  einen  Gebiete  dieses  Gebrauches  verhältnissmässig
seltener  als  in  dem  anderen;  aber  es  ist  mit  ihm  der  Art  innerhalb
desselben  Gedankenganges,  ja  desselben  Satzes  zur  Bezeichnung
derselben  Sache  verbunden,  dass  es  unzulässig  ist,  einen  begrifflichen
Unterschied  ziehen  zu  wollen,  vielmehr  die  blosse,  vielleicht  unwillkürliche ­
  Variation  des  Ausdruckes,  welche  Bernays  selbst  für  viele
Stellen  zugibt  (a.  a.  0.  S.  148),  überhaupt  wird  anerkannt  werden
müssen.  Namentlich  zu  der  Voraussetzung,  dass  bei  ndär^a  an  etwas
Dauerndes,  Habituelles,  bei  ndäog  an  das  blos  Vorübergehende  zu
denken  sei,  fehlt  in  dem  thatsächlichen  Gebrauche  ebenso  wie  in  den
Wortformen  jede  Grundlage.
Dies  alles  gilt  in  dieser  Unbedingtheit  nur  von  dem  Plural  TraSr,
im  Verhältnis  zu  naär,p.ara,  dagegen  zeigten  sich  für  den  Singular
ndSog  einige,  wie  formelhaft  fest  gewordene  Gebrauchsweisen,  zu
denen  sich  entsprechende  mit  naSr-niia  nicht  nachweisen  Hessen,  so
■h  y.ard  ndSog  p£raßoA‘ö,  Trägst  im  Gegensfttze  zu  yöast,  y.ard  ndSog
im  Gegensätze  zu  y.ard  Aöyov,  obgleich  in  den  hier  in  Betracht
kommenden  Fällen  von  naStr,p.ara  in  dem  gleichen  Sinne  gesprochen
wird,  wie  von  ndSr).  Sehe  ich  recht,  so  zeigt  sich  darin,  dass  der
Singular  nd$og  nicht  nur  den  einzelnen  Vorgang  (in  der  durch  die
            
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