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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

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Über  den  ordo  iudicarius  des  Eilbert  von  Bremen.
keit  der  Canonen  i)  gefügt  hat,  die  sinnig  als  der  Brautschmuck  des
Propheten  a)  gedeutet  werden.  Darauf  folgt  die  bereits  bekannte
Erklärung  über  den  Anlass  zu  der  Arbeit,  deren  Glättung  und  Abrundung ­
  der  bescheidene  Anfänger  ihrem  geistigen  Urheber  zugedacht
hat.  Weiter  bezeichnet,  um  ein  vollkommen  deutliches  Bild  von  dem
zu  gehen,  was  die  Schrift  will  und  soll,  der  Verfasser  kurz  und
bestimmt  den  Gegenstand,  legt  den  Zweck  dar,  den  er  mit  den
namhaft  gemachten  Mitteln  erstrebte,  schildert  den  Nutzen  des  Gedichtes ­
  und  gibt  Aufklärungen  über  die  Behandlungsweise  3 ),  die
Anordnung  sowie  den  Titel  des  Werkes,  welcher  incipit  ordo  iudiciarius
  lauten  soll.  Endlich  spricht  sich  das  Vorwort  noch  über  die
vorangestellte  Einleitung  in  den  eigentlichen  Gegenstand  und  deren
Bestandtlieile  aus,  wovon  die  Erörterung  über  das  Gedieht  selbst
Bechenschaft  geben  wird.
Das  Gedicht  zerfällt  in  eine  Einleitung,  das  Hauptstück  und  ein
kurzes  Schlusswort.
In  der  Einleitung,  proemium  4 ),  lassen  sich  wieder  drei  Theile
nach  des  Verfassers  eigener  Angabe  unterscheiden:  die  propositio,
invocatio  und  narratio.  Erstere  thut  in  den  oben  mitgetheilten
Versen  (1—11)  dar,  was  gegeben  werden  soll  und  was  die  Aufforderung ­
  hiezu  geboten  hat.  In  der  invocatio  (v.  12-—26)  ruft  der
Dichter  den  Beistand  Gottes  und  in  den  ebenfalls  früher  angeführten
Zeilen  den  Schutz  des  apostolischen  Hirten  an,  dem  das  Werk  gewidmet ­
  ist.  In  der  narratio  endlich  erzählt  er  (y.  27,  28),  dass,
Ut  Fahianus  ait  praeses  romanus,  in  omni
Lite  requiruntur  iudex,  testis,  reus,  actor  5 ).

1)  Nicht  ohne  Interesse  dürfte  es  sein  zu  erfahren,  was  Eilbert  unter  den  Canonen
versteht.  Corpus  enim  canonum  —  sagt  er  BI.  39'  —  ex  utriusque  legis  mandatis,
prophetarum  preconiis,  conciliorum  gestis,  ex  decretis  pontificum,  ex  sententiis
patrum,  ex  constitutionibus  principuin  quadam  gratia  confectione  variatur.
2)  Vgl.  Ezechiel  c.  16  v.  10  ff.
3 )  Den  Wortlaut  s.  S.  12  im  Text  und  Note  1.
4)  Est  autem  proemium  —  erklärt  Eilbert  Bl.  39"  —  quedam  libera  inceptio  ad  precedentia
  non  habens  respectum.
5 )  Vgl.  c.  4  q.  4.  De  quarta  vero  quaestione  Fabianus  papa  epist.  1  ad  episcopos
orientales  constituit  dicens  c.  1  :  accusator  et  testis  vel  judex  aliquis  simul  esse
non  potest.  Nullus  unquam  praesumat  accusator  simul  esse  et  judex  vel  testis;
quoniain  in  omni  judicio  quatuor  personas  necesse  est  adesse.
            
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