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536 Siegel
seiner Rede '). Seine Tugenden kennen und würdigen, wie es Eilbert
gethan, konnte dagegen nur derjenige, den das Leben ihm nahe
gebracht. Welcher Art übrigens das äussere Verhältniss war, in dem
Eilbert zu Wolfker gestanden, ist nicht ersichtlich.
Als Form für seine Darstellung wählte der Verfasser die rythmische
mit dem Versmasse des Hexameters. Die Wahl derselben
behandelt Eilbert als eine gleichgiltige Geschmackssache unter Berufung
auf den Ausspruch des römischen Juristen Celsus, dass Rechtswissenschaft
nicht die wörtliche Kunde der Gesetze, sondern das
Verständniss ihres Inhaltes sei a ). Er ist weit entfernt, die gewählte
Form zum Verdienste sich zu rechnen, andererseits glaubt er aber
auch nicht, sie weiter begründen zu müssen, was natürlich erscheint,
wenn man gedenkt, dass die Schule in damaliger Zeit gar viele Sätze
aus der canonischen Gerichtsordnung in Hexametern =) zur Lehre
gebracht hat,
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Versuchen wir jetzt, eine Anschauung von dem Werke selbst zu
geben, indem wir seine Bestandtheile und deren Inhalt unter Mittheilung
des Gedankenganges des Verfassers darlegen.
Dem Lehrgedichte geht unter der Ueberschrift „prologus in
librum“ ein Vorwort in ungebundener Rede voraus. Darin leiht nach
der Begrüssung Wolfker’s Eilbert seiner Empfindung Ausdruck über
Gottes höchste Weisheit, Allmacht und Fürsorge, welche zu den
Gesetzen des alten Bundes, den Weissagungen der Propheten und
Wundern der Evangelien noch den Reichthum und die Mannigfaltig-Als
„divino praeditum eloquio“ rühmt ihn der interpolator Hermanni, Hansiz a.
a. 0. 337. — Auch findet die Wirksamkeit seines Wortes mehrfach Erwähnung
bei Schenkungen, welche die Passauer Kirche ihm verdankte.
3 ) Nec querendum, heisst es in der Vorrede Bl. 39 cur hec materia metrice describatur
quod, ut in codice — vgl. fr. 17 D. de leg. 1, 3 — repperitur, scire Ieges
non est scire verba, sed vim et potestatem.
3 ) S. derartige Hexameter in der Summula de processu iudiciario des s. g. Joannes
Andreae, ed. Wunderlich p. 3. 4. 10. 18. 30. 33. 36. 37. 31; bei Damasus summa de
ord. iud. in Anectoda ed. Wunderlich, tit. 48. 60. 65 und die Abhandlung unten