Über den ordo iudicarius des Eilbert von Bremen.
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zwischen ihm und dem Bischöfe Wolfker von Passau i) walteten.
Wenn Eilbert nach Anrufung des göttlichen Beistandes zu diesem
spricht, v. 18—-24:
Et tu, quo typice Christi persona renidet,
Corpore concivis homini sed corde polorum
Pollenti pietate pater generalis in omnes,
Pastor apostolice, tibi praesens carmen adopto,
Carmen adoptatum patria pietate tuere!
Carmina facta mihi, tibi se liebere fatetur
Sensus; ego verba, vim verborum generasti 3 ).
so beweisen, da Wolfker nicht als Schriftsteller wirkte, die beiden
letzten Verse, dass Eilbert aus seinem lebendigen Worte die Belehrung
und Anregung empfangen habe. Zu dem Dankgefühle, welches
der Schüler für seinen Meister empfand, gesellte sich aber weiter
das Gefühl der tiefsten Verehrung für den Kirchenfürsten, in welchem
Eilbert den Inbegriff aller Tugenden 3 ), das wahre Sinnbild Christi
sah. Auch diese Hingebung lässt sich nur erklären unter der Voraussetzung
eines persönlichen Verkehrs. Weit reichte wohl der Ruf
von der Klugheit des Mannes, der zweimal den Frieden vermittelte
zwischen dem geistlichen und weltlichen Haupte der Christenheit 4 ),
bekannt war seine Schriftgelehrsamkeit 5 ) und die göttliche Gabe
*) Vgl. über ihn Iiansiz, Germania sacra 1, 337 ff. — Ughelli, Italia sacra 3, 77 ff. —
Muratori, scriptores 16, 43. — Abel, König Philipp der Hohenstaufe S. 206—210
vgl. 373. — Toeche, Kaiser Heinrich VI S. 376 ff.
2 ) Entsprechend heisst es in der Vorrede nach den Worten in der Note auf Seite 2:
Summam autem operis id est limam correctionis tibi patri spiritual! specialiter asscripsi,
ut, si quid interrupta balhuties incurate transient aut loquacitas male castigata
pannose assuerit, tuo redimatur examine. Omnia enirn initialia citra perfectionem
estimo consistere iuxta illud: nihil omni parte beatum. (Desselben Spruches
von Horaz — carm. II, 16. 27. — gedenkt zu seiner Beruhigung auch Gratia
Aretinus in dem Vorworte seiner summa de iudiciario ordine, Bergmann Pilii,
Tancredi, Gratiae libri p. 319).
3 ) Patri prestantissimo, immo prerogativa omnium virtutum privilegiato, Wolfkero
Patavorum episcopo — schreibt er grüssend bei Beginn des Werkes.
4 ) Als „vir magne discretionis“ wird er bezeichnet von Ansbert, hist, de exped. Friderici,
Fontes rer. Austr. scriptores 6, 86.
5 ) Vir plurimum eruditus in divinis literis wird er genannt von Sehritovinus in seinem
catalogus archiepiscoporum et episeoporum Laureacensis et Patav. ecclesiae collectus
ad Fridericum III imp. bei Rauch, script. rerum Austr. 2, 49 4.