Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Über  den  ordo  iudicarius  des  Eilbert  von  Bremen.

53S
zwischen  ihm  und  dem  Bischöfe  Wolfker  von  Passau  i)  walteten.
Wenn  Eilbert  nach  Anrufung  des  göttlichen  Beistandes  zu  diesem
spricht,  v.  18—-24:
Et  tu,  quo  typice  Christi  persona  renidet,
Corpore  concivis  homini  sed  corde  polorum
Pollenti  pietate  pater  generalis  in  omnes,
Pastor  apostolice,  tibi  praesens  carmen  adopto,
Carmen  adoptatum  patria  pietate  tuere!
Carmina  facta  mihi,  tibi  se  liebere  fatetur
Sensus;  ego  verba,  vim  verborum  generasti  3 ).
so  beweisen,  da  Wolfker  nicht  als  Schriftsteller  wirkte,  die  beiden
letzten  Verse,  dass  Eilbert  aus  seinem  lebendigen  Worte  die  Belehrung ­
  und  Anregung  empfangen  habe.  Zu  dem  Dankgefühle,  welches
der  Schüler  für  seinen  Meister  empfand,  gesellte  sich  aber  weiter
das  Gefühl  der  tiefsten  Verehrung  für  den  Kirchenfürsten,  in  welchem
Eilbert  den  Inbegriff  aller  Tugenden  3 ),  das  wahre  Sinnbild  Christi
sah.  Auch  diese  Hingebung  lässt  sich  nur  erklären  unter  der  Voraussetzung ­
  eines  persönlichen  Verkehrs.  Weit  reichte  wohl  der  Ruf
von  der  Klugheit  des  Mannes,  der  zweimal  den  Frieden  vermittelte
zwischen  dem  geistlichen  und  weltlichen  Haupte  der  Christenheit  4 ),
bekannt  war  seine  Schriftgelehrsamkeit  5 )  und  die  göttliche  Gabe

*)  Vgl.  über  ihn  Iiansiz,  Germania  sacra  1,  337  ff.  —  Ughelli,  Italia  sacra  3,  77  ff.  —
Muratori,  scriptores  16,  43.  —  Abel,  König  Philipp  der  Hohenstaufe  S.  206—210
vgl.  373.  —  Toeche,  Kaiser  Heinrich  VI  S.  376  ff.
2 )  Entsprechend  heisst  es  in  der  Vorrede  nach  den  Worten  in  der  Note  auf  Seite  2:
Summam  autem  operis  id  est  limam  correctionis  tibi  patri  spiritual!  specialiter  asscripsi,
  ut,  si  quid  interrupta  balhuties  incurate  transient  aut  loquacitas  male  castigata
  pannose  assuerit,  tuo  redimatur  examine.  Omnia  enirn  initialia  citra  perfectionem
  estimo  consistere  iuxta  illud:  nihil  omni  parte  beatum.  (Desselben  Spruches ­
  von  Horaz  —  carm.  II,  16.  27.  —  gedenkt  zu  seiner  Beruhigung  auch  Gratia
Aretinus  in  dem  Vorworte  seiner  summa  de  iudiciario  ordine,  Bergmann  Pilii,
Tancredi,  Gratiae  libri  p.  319).
3 )  Patri  prestantissimo,  immo  prerogativa  omnium  virtutum  privilegiato,  Wolfkero
Patavorum  episcopo  —  schreibt  er  grüssend  bei  Beginn  des  Werkes.
4 )  Als  „vir  magne  discretionis“  wird  er  bezeichnet  von  Ansbert,  hist,  de  exped.  Friderici,
  Fontes  rer.  Austr.  scriptores  6,  86.
5 )  Vir  plurimum  eruditus  in  divinis  literis  wird  er  genannt  von  Sehritovinus  in  seinem
catalogus  archiepiscoporum  et  episeoporum  Laureacensis  et  Patav.  ecclesiae  collectus
  ad  Fridericum  III  imp.  bei  Rauch,  script.  rerum  Austr.  2,  49  4.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.