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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

p

Aristotelische  Studien.  47
vergleichen  ist  oi  /xrits  sv  dvdpdag  icdSsi  ovrsg  [ir,d  iv  ößpiorufi
oiaSiaei  Rhet.  ß  8.  1385  6  30.  Gerade  wegen  des  Gegensatzes
zwischen  ndSog  und  loyog  ist  es  da,  wo  auf  die  Wirkung  der  Gründe
nicht  oder  nicht  allein  zu  vertrauen  ist,  Aufgabe  des  Redners  dg  rä
ndSri  äyetv  (xaraejrrjaat)  töv  dxpoarYiv  Rhet.  y  19.  1419  b  23,  13,
und  Aristoteles  handelt  eingehend  darüber,  ot’  wv  rä  xddjr,  ä/yiy  versa ­
  '/.cd  dtaXüsrat  s£  cov  cd  niarsig  ytvovrac  Rhet.  ß  1—11  (vgl-  «  2.
1356  a  19,  23,  24.  10.  1369  6  15),  und  bezieht  sich  darauf  Poet.
19.  1456  a  38,  an  welcher  Stelle  Rernays  Rhein.  M.  8,  574  das
Wort  TTdSrj  aus  dem  Texte  entfernen  will,  schwerlich  mit  Recht.
6.  Finden  wir  nun  vielleicht  auf  diesem  Gebiete,  eben  dem,
welches  zu  der  gesammten  Erörterung  den  Anlass  gegeben  hat,
einen  solchen  Unterschied  des  Gebrauches,  dass  wir  berechtigt
wären,  in  naSog  den  vorübergehenden  Affect,  in  TcdS-np-a  die
„Affection“,  den  „aflfectionalen“  Habitus  vorauszusetzen?  So  viel  ich
aus  den  darauf  bezüglichen  Stellen  zu  schliessen  vermag,  ist  auch
hier  in  dem  neben  ndSri  vorkommenden  ;ra.3-7/p.ara  ein  begrifflicher
Unterschied  nicht  zu  entdecken.  Wo  die  Eudemische  Ethik  den  für
die  Aristotelische  Philosophie  fundamentalen  Unterschied  von  tcdSog
dbvc/.u.ig  s£ig  zu  erörtern  beginnt,  spricht  sie  von  der  öicdpeaig  rdov
tt  o.Sy]  [J.  d  r  bj  v  /.cd  rtöv  öuväpscov  /.cd  rcjjv  s^soov  und  führt  diese
Unterscheidung  sofort  im  Einzelnen  so  durch,  dass  sie  zuerst  rä
ndSri,  dann  bvvdp.sig,  hierauf  cgitc  definirt,  Eth.  Eud.  ß  2.  1220
6  10—20.  Das  Verhältnis  zwischen  Ankündigung  und  Ausführung
macht  es  hier  unmöglich,  zwischen  ndSrn  und  n<x3-oij.a.rcc  einen
Unterschied  zu  statuiren  14 ).  —  Der  gleiche  Wechsel  im  Gebrauch

l4 )  Dieselbe  Stelle  der  Eudemisclien  Etliik,  die  im  obigen  für  die  begriffliche
Identität  von  nuSog  und  jräSv;pa  angeführt  ist,  verwendet  Bernays  mit
Hilfe  einer  conjecluralen  Änderung  zur  Besliitigung  der  von  ihm  behaupteten ­
  Unterscheidung  dieser  beiden  Worte.  Die  Unzulässigkeit  der  von
Bernays  vorgeschlagenen  Änderung  lässt  sich,  glaube  ich,  zur  Evidenz  bringen. ­
  Die  Stelle  beginnt  mit  den  zweifellosen,  vollkommen  verständlichen ­
  Worten  :  Xexre'ov  Sb  xarä  re  rfji  ttoc'  ärra  rjSv].  effrae  Sk  xarä
re  ras  öuveiepees  töv  jra5»;päre/)v,  x.a.j’  as  [äs]  :ra3vjrexoe  Xs^ovTae,  xai  xarä
ras  etjees,  xa3’  äs  Jrpds  rä  Tzaäv)  ravra  Xäyovrae  rep  jräo^etv  irens  >3  äiraSees
efvae.  Hieran  schliesst  sich  unmittelbar  an:  perä  raOra  vj  öeae'peaes  s’v  rotg
äirvjXXa^/pevoes  röv  jraSjjpäreov  xai  töv  duvap.ee/jv  xai  töv  efewv.  Das  Wort
äavjXXa'/pe'voes  gibt  keinen  Sinn  und  bedarf  jedenfalls  einer  Emendation;
es  beruht  übrigens  auf  der  Überlieferung  nur  der  einen  für  die  Eude-
            
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