Notiz über Gerätschaften aus der Steinzeit. £)£9
könnte dieses Instrument wohl ein Quetscher gewesen sein, doch
fehlt das dazu gehörige Gegenstück — der Reibnapf. Man würde
sicherlich zu weit gehen, wenn man sich über seine Anwendung in
Conjecturen verlöre.
Alle die bisher genannten Steinwerkzeuge sind ohne Ausnahme
aus Serpentin geformt, einerFelsart, die zur Steinzeit häufig zuGeräthschatten
verwendet wurde und weniger wegen ihrer Härte als wegen
ihrer Zähigkeit den gemachten Anforderungen entsprach. Merkwürdig
ist es, dass nicht zwei der eben besprochenen Werkzeuge
aus einem und demselben Stücke verfertigt worden sind, im Gegentheile
jedwedes durch die verschiedene Farbe und Einmengung
fremder Bestandtheile seinen verschiedenen Ursprung offen an sich
trägt. Es zeigen dies die drei in Fig. 1, 2 und 3 abgebildeten
Gegenstände.
Noch auffallender ist ein plattes, viereckiges, roh geschliffenes
Stück mit einer in der Mitte befindlichen ebenso unschön geformten
Durchbohrung aus einer weichen Gesteinsart wie Serpentin, Fig. 4.
Durch die spargelgrüne Farbe und Durchscheinigkeit eignete es sich
sehr gut zu einem Schmuckgegenstande. Durch eine nähere Untersuchung
und Vergleichung ergab sich die grösste Wahrscheinlichkeit für
Miemit, einer Gesteinsart, die in unregelmässigen Gangtrümmern im
Serpentine gefunden wird. Es geht daraus mit vieler Sicherheit hervor,
dass sowohl der Serpentin, wie dieses Gestein von einem Orte zur Verfertigung
dieser Steingeräthschaften bezogen wurde. Fragt man nun
um die Vorkommnisse des Miemits, so stellt sich Rakovacz in Slavonien
als der nächste Ort heraus, wo im Serpentinfels diese Gesteinsart
gebrochen wird. Leider fehlt mir das nöthige Material, um auch
den Serpentin, aus welchem die besprochenen Geräthschaften fabrizirt
sind, mit dem Serpentin von Rakovacz zu vergleichen. So viel ist
indess sicher, dass weder die lichten lauch-, pistazien- und olivengrünen
mit Flecken versehenen so wie die ganz homogenen dunkeln
Serpentine unserer Steingeräthe mit den Serpentinen von Steiermark,
die sich durch die Beimengung von Bronzit und Chromeisen auszeichnen,
übereinstimmen, und eben dadurch auf einen ausser Steiermark
liegenden Fundort hinweisen.
Es deuten daher die Gesteinsarten, aus welchen die Steinwerkzeuge
von Luttenberg bestehen, mit grosser Wahrscheinlichkeit auf
den südlichen Theil von Slavonien bin, und machen die Ansicht sehr
aaaau