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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Dichtungen  Heinrichs  von  Mügeln  (Mogelin).

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sahen  wir  in  der  vorigen  Anmerkung.  —  Er  gedenkt  in  seinen  Gedichten  (von
der  herschafl  des  himelsj  Regenbogens.  Dass  diese  Stelle  nicht  mit  Gervinus
u.  a.,  als  dem  Regenbogen  feindlich,  zu  verstehen  ist,  wird  unten  S.  4S9  f.  dargelegt.

Konrad  von  Wirz  Iw  re  war  sein  unerreichtes  Vorbild.  Ich  theile  die  ihm
gewidmete  Strophe,  die  schon  Gervinus  II,  S.  133  angeführt  hat,  hier  vollständig ­
  mit.  Es  ist  die  9.  von  seinen  Strophen  (lidern)  zu  lobe  unser  frouwen  (V).
1  Von  Wirzburc  Konrad  baz
polieret  hät  din  lobes  glas,
der  blünder  Spruch  ein  bilder  was,
ein  former  und  ein  houbetsmit:
3  wanne  ich,  getichtes  twere,
von  Mogelin  Heinrich  solchez  wcrc
nicht  mac  floriern,  der  kunste  bere
mir  ist  zu  hoch,  ich  sture  bit’.
Des  reich  genaden  hant  mir  ungelerten!
10  la  mich  züsamne  klüben  di  vorerten
Spruche  des  hochgeerten
getichtes  risen  (al.  resin)  sunder  guft.
So  nach  der  Heid.  Hs.  336  und  der  Gott.  Hs.  21.  Zingerle  hat  den  Spruch
nach  der  Will.  Hs.  (in  etwas  dunkler  Lesart)  mitgetheilt  a.  a.  0.  S.  12  f.
Wie  Heinrich,  trotz  der  Gnade  des  Kaisers,  später  an  den  Hof  Rudolf  IV.
von  Oesterreich  gekommen,  wissen  wir  nicht.  —■  Diesem  ist  seine  ungrische
Chronik  gewidmet:
Als  uns  di  alden  meister  und  di  beschriber  der  histörjen  und  der  dinge  di
dirgangin  sint,  beschrebin  habin,  als:  Josephus,  Isidorus,  Orosius  unde  Valerius;
also  wil  ich,  Heinrich  von  Mogelin  oucli  kürzlich  beschriben  di  histörjen  der
Hungern,  wi  si  herkomin  sint,  zu  lobe  dem  Herzoge  Rudolfen  dem  virden  von
Osterriche,  wenne  ich  den  namen  sinir  wirdikeit  in  des  büchis  houbit  mlnis  getichtis
  setze  alle  zit,  durch  recht  unde  oueh  von  schulden:  sint  mir  uz  sinem
herzen  flöz  sture  und  wöre  hülfe,  und  ab  ich  min  getickte  durch  gebrüche  der
vornunst  mit  ordenlicher  rede  nicht  blüme  noch  zlre,  idoch  sin  wörez  adel  im
let  genügen.  —  Diese  Stelle  hat  bekanntlich  Lessings  Annahme  veranlasst,
Heinrich  habe  alle  seine  Werke  Rudolf  IV.  von  Oesterreich  gewidmet,  s.  Müller
a.  a.  0.  6.
Die  Chronik  geht  nur  bis  zum  Jahre  1333  und  schliesst  demnach  mit  einem
Zeitpuncte,  mindestens  23  Jahre  vor  Abfassung  derselben,  denn  Rudolf  regierte
von  1338  bis  1368.  Dass  sich  Heinrich  nicht  bewogen  fühlte  diesen  kurzen
Zeitraum  auszufüllen,  scheint  zu  beweisen,  dass  er  sieh  sehr  nahe  an  irgend
eine  Bearbeitung  des  Keza  hielt.
Wie  Heinrich  noch  bei  Lebzeiten  Karls  des  vierten  dazu  kam,  Rudolf  von
Österreich  zu  huldigen,  ist  unbekannt.  Dass  er  bleibend  in  die  österreichischen
Länder  ausgewandert  ist,  das  sehen  wir  auch  aus  der  Dedication  seiner  Übersetzung ­
  des  Valerius  Maximus,  die  Herren  Hertnit  von  Petou  in  Stirlant,  gesczzen
bi  der  Trä  gewidmet  ist,  so  wie  auch  seine  Spuren  in  der  Tiroler  (Willener)
            
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