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D i e m e r
die Gewalt der Juden kam, und das heil. Opfer lag auf des Kreuzes
Altar, da zerstörte unser Held des alten Wüthrichs Land und den
Teufel sammt seinem ganzen Heere verschlang das rothe Taufmeer.
So starh von dem Tode der Tod und die Hölle ward beraubt. Dies
gab uns die freie Wiederkehr in unser altes Erbtheil und durch Flut
und Land haben wir dahin nun einen geistlichen Gang. Das himmlische
Brot ist unser Lamm, der Gottes Quell, das Blut auf der Thürschwelle,
vor dem der Todesengel vorbeifuhr.
Hierauf wendet sich der Dichter direct an die Pilgerschaar und
nennt sie das geistige Israel, d. i. die gesammte Christenheit, die nun
ihr Erbe, das ist Jerusalem wieder schauen soll, nachdem sie vom
Joche des Teufels befreiet sei. Unser Erbfeind wolle uns zwar das
Landwehren und mit Kampf müssen wir den Weg fahren, jedoch
mit Hilfe unseres Heerführers werden wir dasselbe besitzen.
Strophe 30—32 folgt ein Hymnus an das heil. Kreuz Christi, der
wohl als die Krone des ganzen Liedes gelten kann. Er lautet wie folgt:
0 crux benedictn, aller Holze bestes! an dir ward gefangen
der gierige Leviathan. Voll Lebens sind deine Aste, da wir durch
dich das Leben erhielten. Deine Aste trugen die himmlische Bürde,
auf dich floss das heil. Blut, deine Frucht ist süss und gut, durch sie
ward die Menschheit erlöst. 0 Herr! du hast stets erfüllt, was du
versprochen, du sagtest uns gnädig, du werdest uns zu dir emporheben,
wenn du, o Herr! von der Erde an das Kreuz erhöht würdest.
Dein Leiden ist nun vollbracht: erfülle deine Worte, ziehe, o Himmelskönig!
nun unser Herz auch dahin, wo du bist, damit wir deine
Dienstmannen, nimmer von dir geschieden werden.
0 crux salvatoris! du bist unser Mastbaum, all die Welt ist
das Meer, du, o Herr! das Schiff und der Steuermann, der heil. Geist
ist der Wind, der führt uns den rechten Sint (Weg), der Segel, der
wahre Glaube, der hilft uns zu der Liehe, die Werke sind die Segeltaue,
sie richten heim die Fahrt, das Himmelreich ist unsere Heimat,
da werden wir landen, Gottlob. — Die Schlussstrophe lautet: Unsere
Erlösung ist vollbracht, deshalb loben wir alle Gott Vater, so wie
auch seinen Sohn, pro nobis crucifixum, und den heil. Geist, der
als der dritte uns seine Gnade gebe. Wir glauben, dass die drei Personen
Ein wahrer Gott sind. Wie uns hierniederi findet der Tod, so
wird uns dort gelohnt, dahin, wo wir das Leben nahmen, dahin
sollen wir wieder. Amen.