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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Beiträge  zur  altern  deutschen  Sprache  und  Literatur.

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Wenn  ich  mich  über  diese  bestimmte  Strophen-  und  Versezahl
unseres  Liedes  weitläufiger  ausgesprochen  habe,  so  geschah  es  nur
deshalb,  um  Jedermann  die  Behelfe  an  die  Hand  zu  geben,  über
diesen  Punkt  ein  selbstständiges  und  unparteiisches  Urtheil  zu  fällen,
zumal  derselbe  von  Manchen  bezweifelt  werden  dürfte.  So  will  ich
denn  auch  gleich  hier  einem  Einwurfe  begegnen,  welchen  man  allenfalls ­
  gegen  meine  Vermuthung  erheben  könnte,  nämlich,  dass  die
Zahl  von  33  Strophen  für  das  ganze  Lied  nur  durch  das  Einschalten
der  VII.  Strophe,  welche  vielleicht  als  etwas  zu  gewagt  erscheinen
dürfte,  heraus  komme.  Wenn  wir  aber  in  dieser  Beziehung  auch  der
strengem  Methode  folgen,  so  bleibt  deshalb  die  Zahl  von  33  Strophen
dennoch  aufrecht;  denn  man  braucht  dann  nur,  wie  Müllenhoff,  in  der
Strophe  XIV  die  nach  Vers  4  folgenden  6,  und  nach  Vers  12  die
übrigen  4,  und  in  der  Strophe  XV  die  nach  6  vorhandenen  2  Verse
als  echt  aufzunehmen,  so  kommt  wieder  eine  12zeilige  Strophe  und
die  Zahl  33  heraus.
Meine  Verbesserungen  und  Ergänzungen  des  Textes  machen
nicht  den  Anspruch,  die  verderbten  oder  ausgefallenen  Stellen  überall
richtig  oder  dem  Originale  gemäss  wieder  hergestellt  zu  haben,
sondern  sind  eben  nur  Versuche  hiezu  und  gleichen  den  Restaurationen ­
  alter  Kunstwerke,  von  denen  die  Unbilden  derZeit  und  der  Schmutz
daran  möglichst  schonend  entfernt  werden  sollten,  um  den  Anblick  und
Genuss  des  Ganzen,  wie  es  ursprünglich  bestanden  haben  dürfte,
wieder  möglich  zu  machen.  Dass  dieselben,  obwohl  meistens  durch  die
offenbare  Verstümmlung  des  Textes  hervorgerufen,  hin  und  wieder
Manchen  vielleicht  unnöthig  oder  zu  kühn  erscheinen  dürften,  liegt
in  der  Natur  der  Sache  und  in  der  individuellen  Anschauung.  Hierin
Allen  Recht  zu  tliun,  wird  kaum  jemand  gelingen.  Ich  glaube  jedoch,
dass  wenigstens  ein  guter  Theil  meiner  Vorschläge  allgemeine  Annahme ­
  finden  wird.  Wo  dies  nicht  der  Fall  ist,  oder  wo  ich  sonst
gefehlt  habe,  wird  es  mir  angenehm  sein,  wenn  Fachkundige  bessere
liefern  oder  mich  belehren,  denn  mir  liegt  nur  an  der  Sache,  nicht
aber  daran,  überall  Recht  zu  haben.  An  der  Schreibweise  des  Originals ­
  habe  ich  fast  gar  nichts  geändert,  so  dass  der  Text  als  völlig
authentisch  gelten  kann,  deshalb  sind  auch  meine  Änderungen
entweder  durch  liegende  Schrift  oder  unmittelbar  unter  dem  Texte
ersichtlich  gemacht,  so  dass  sie  mit  dem  Originale  nicht  verwechselt ­
  werden  können.
            
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