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Diemer
dessen Erinnerung die Melker Bibliothek in einem Martyrologium
zwei Briefe des Abtes Hermann bewahrt. Vgl. Jäck, Gesell. Michelsbergs
S. S. i)
Ob diese Verbrüderung eine Nachwirkung des Andenkens an
unsern Ezzo sei, lässt sieh vermuthen, aber nicht beweisen. Oder ob
überhaupt um diese Zeit zwischen Bamberg, dem Stammsitze unserer
Regenten, und der Ostmark eine nähere Verbindung oder ein engerer
Verkehr bestand, ist die Aufgabe der Specialhistoriker zu erforschen.
Ja es dünkt uns nicht unwahrscheinlich, dass die wohlhabenden
edleren Familien damals ihre Söhne theils nach Bec theils nach der
berühmten Schule zu Bamberg zur Ausbildung sandten, und zwar
um so mehr in die letztere, als Günther der dortige Bischof, wie schon
oben gemeldet wurde, in der Ostmark reich begütert und natürlich
auch bekannt, viele Jünglinge zum Besuche seiner Schule aufmuntern
mochte, von wo sie dann gehörig unterrichtet zu liöhern geistlichen
oder weltlichen Würden und Ämtern in die Heimat wieder zurückkehrten.
Ein ähnliches Beispiel haben wir aus etwas späterer Zeit in
Otto von Freisingen, von dem ebenfalls berichtet wird, dass er mit
IS Jünglingen der angesehensten Familien zur vollen Ausbildung
nach Paris ging und dass die letztem alle dann hier höhere geistliche
Pfründen erhielten -). So würde sich auch die Berufung Konrad’s
nach Göttweig und die wahrscheinliche Ezzo’s nach Melk,
welche, da Melk eine markgräfliche Familienstiftung war, nur mit
Einwilligung des Markgrafen statt haben konnte, noch um so leichter
erklären lassen, weil sie als einheimische und sehr gelehrte Männer
*) Vgl. auch Keiblinger’s Gesell, des Benedictiner-Stiftes Melk. Wien 18S1 S. 294
und 1137, welcher diese zwei hierauf bezüglichen Urkunden in das Ende des XII.
Jahrh. setzen will, indem dieselben an den Prälaten C. (Conrad) gerichtet seien.
Allein dies ist aus dem einfachen Grunde nicht wahrscheinlich, da nach dem Tode
des Abtes Herman das Kloster und die dortige Schule immer mehr in Verfall geriethen
und nie wieder emporgebracht wurden, ferner kann C. sehr leicht ein
Schreibfehler für E sein, wo also Erchenfried der von 1122—1163) regierte,
gemeint sein kann.
2 ) lbi (in Paris) proposito tempore studii transaeto, dum ad propria redire properaret,
in coenobio Morimundensi ubi pernoctaverat, se monachum fecit, cum aliis
quindecim, qui secum venerant electissimis clericis. Qui etiam ut ab uno illorum
aitdivi Friderico nomine, qui et ipse in abbatem Povmkartenperge et deinde in
Hungaria in episcopum electus fuerat, omnes in diversas dignitates promoti erant.
Pertz. Scriptt. tom. XI. p. 610.