316
Biemer
der Bischof die früher berufenen, ausgezeichneten 25 Weltgeistlichen
wieder vertrieb, und den Ort mit allem Zugehör dem Abte von St.
Michael, Egbert übergab, um dort den Mönchsstand einzuführen.
Dieser Eckbert folgte in Michelsberg aber nach Adelhelm, der am
14. Mai 1071 starb und nur ein Jahr regierte, indem 1072—1082
Otlio als Abt von Michelsberg erscheint. (Vergl. Jäck, S. 3.) Wie lange
Eckbert von 1071 an in St. Jakob regierte, ist nicht bekannt, nur so
viel gebt aus obiger Urkunde hervor, dass Ezzo im Jahre 1100 erster
Propst in St. Jakob war. Wann er diese Würde erhielt, und wie lange
er'lebte, wissen wir nicht, nur das ist gewiss, dass 1108 Eberhard
erster Propst wurde und bis 1141 regierte.
Ob dieser Ezzo mit unserm Dichter ein und dieselbe Person sei,
lässt sich weder behaupten, noch in Abrede stellen. Auffallend ist nur
und gegen die Identität sprechend, das etwas spätere Vorkommen dieses
Ezzo und noch eines andern, der ebenfalls Canonikus des Domstiftes
war, wie wir später sehen werden, um 1092 und bis 1114, was, so wie
besonders sein Platz nicht unter den ersten, sondern unter den letzten
Zeugen, zur Vermutbung berechtigt, dass es in demselben zwei
Ezzos gegeben habe, wie denn solche auch mehrere in den Bamberger
Todtenlnichern z. B. p. 258, 291 (vergl. VII. Bericht des histor.
Vereins von Bamberg) verzeichnet sind. Für Melk spricht wieder die
frühere Zeit. Ezzo mochte nämlich um 1071 oder 1075, als die
Streitigkeiten mit dem Bischof Hermann begannen, dabin gekommen,
und bis zur Einführung der Benedictiner 1089 da verblieben sein.
Uber das Vorkommen und die frühere Thätigkeit unseres Ezzo
setze ich folgendes Schreiben meines Freundes Dr. Const. Höfler vom
25. November 1849 her, der damals noch k. bairischer Archivsvorstand
von Bamberg und so gefällig war, mir aus den dortigen Arcbivalien
alle aufgefundenen Ezzos mitzutheilen. Es lautet in dem diesen Namen
betreffenden Tbeile wie folgt: „Zu gleicher Zeit erlaube ich mir aufmerksam
zu machen, dass ich in archivplischen Aufzeichnungen etwa
achtmal den Bamberger Ecco oder Icco gefunden habe. Zuerst wird
er erwähnt als zehnter geistlicher Zeuge, als achter nach Hermann
praeposiius und Peppo decanus aber unmittelbar vor Gunzo, dem
Scolastikus Meinrad (1. Meinhard) und Benschet' (?) zum Jahr 1053
(Elenchus canonic. cap. Bamberg.); dann ebenso ad annum 1058
als Icco in Collect, maj. fol. 44 ad an. 1071. Im gleichen Jahre in
der Fundationsurkunde der Abtei Banz. Adelo, Gozbrecht, Ezzo pres-