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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

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Biemer

der  Bischof  die  früher  berufenen,  ausgezeichneten  25  Weltgeistlichen
wieder  vertrieb,  und  den  Ort  mit  allem  Zugehör  dem  Abte  von  St.
Michael,  Egbert  übergab,  um  dort  den  Mönchsstand  einzuführen.
Dieser  Eckbert  folgte  in  Michelsberg  aber  nach  Adelhelm,  der  am
14.  Mai  1071  starb  und  nur  ein  Jahr  regierte,  indem  1072—1082
Otlio  als  Abt  von  Michelsberg  erscheint.  (Vergl.  Jäck,  S.  3.)  Wie  lange
Eckbert  von  1071  an  in  St.  Jakob  regierte,  ist  nicht  bekannt,  nur  so
viel  gebt  aus  obiger  Urkunde  hervor,  dass  Ezzo  im  Jahre  1100  erster
Propst  in  St.  Jakob  war.  Wann  er  diese  Würde  erhielt,  und  wie  lange
er'lebte,  wissen  wir  nicht,  nur  das  ist  gewiss,  dass  1108  Eberhard
erster  Propst  wurde  und  bis  1141  regierte.
Ob  dieser  Ezzo  mit  unserm  Dichter  ein  und  dieselbe  Person  sei,
lässt  sich  weder  behaupten,  noch  in  Abrede  stellen.  Auffallend  ist  nur
und  gegen  die  Identität  sprechend,  das  etwas  spätere  Vorkommen  dieses
Ezzo  und  noch  eines  andern,  der  ebenfalls  Canonikus  des  Domstiftes
war,  wie  wir  später  sehen  werden,  um  1092  und  bis  1114,  was,  so  wie
besonders  sein  Platz  nicht  unter  den  ersten,  sondern  unter  den  letzten ­
  Zeugen,  zur  Vermutbung  berechtigt,  dass  es  in  demselben  zwei
Ezzos  gegeben  habe,  wie  denn  solche  auch  mehrere  in  den  Bamberger
Todtenlnichern  z.  B.  p.  258,  291  (vergl.  VII.  Bericht  des  histor.
Vereins  von  Bamberg)  verzeichnet  sind.  Für  Melk  spricht  wieder  die
frühere  Zeit.  Ezzo  mochte  nämlich  um  1071  oder  1075,  als  die
Streitigkeiten  mit  dem  Bischof  Hermann  begannen,  dabin  gekommen,
und  bis  zur  Einführung  der  Benedictiner  1089  da  verblieben  sein.
Uber  das  Vorkommen  und  die  frühere  Thätigkeit  unseres  Ezzo
setze  ich  folgendes  Schreiben  meines  Freundes  Dr.  Const.  Höfler  vom
25.  November  1849  her,  der  damals  noch  k.  bairischer  Archivsvorstand
von  Bamberg  und  so  gefällig  war,  mir  aus  den  dortigen  Arcbivalien
alle  aufgefundenen  Ezzos  mitzutheilen.  Es  lautet  in  dem  diesen  Namen
betreffenden  Tbeile  wie  folgt:  „Zu  gleicher  Zeit  erlaube  ich  mir  aufmerksam ­
  zu  machen,  dass  ich  in  archivplischen  Aufzeichnungen  etwa
achtmal  den  Bamberger  Ecco  oder  Icco  gefunden  habe.  Zuerst  wird
er  erwähnt  als  zehnter  geistlicher  Zeuge,  als  achter  nach  Hermann
praeposiius  und  Peppo  decanus  aber  unmittelbar  vor  Gunzo,  dem
Scolastikus  Meinrad  (1.  Meinhard)  und  Benschet'  (?)  zum  Jahr  1053
(Elenchus  canonic.  cap.  Bamberg.);  dann  ebenso  ad  annum  1058
als  Icco  in  Collect,  maj.  fol.  44  ad  an.  1071.  Im  gleichen  Jahre  in
der  Fundationsurkunde  der  Abtei  Banz.  Adelo,  Gozbrecht,  Ezzo  pres-
            
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