Beiträge zur altern deutschen Sprache un Literatur.
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Dem Bischof Günther war es nicht gegönnt, diese zu erreichen.
Er erlag am 23. Juli 1063 auf der Rückreise in Ungarisch-Weissenburg
den Folgen seiner geistigen und körperlichen Anstrengung.
„Von da wurde er in feierlichem Leichengepränge“, wie Lambert
sagt, „in das Vaterland zurück gebracht und mit grossem Wehklagen
von allen, die ihn gekannt hatten, empfangen; dann beerdigte man
ihn in der Kirche zu Babenberg, wo er von Kindesbeinen an herangewachsen
war“. Ein Epitaphium findet sich im Codex Uldarici,
Col. 3, XIII mit der Aufschrift: EpitaphiumEber har di primiBabenbergensis
Episcopi, welches aber offenbar auf Günther gerichtet ist.
Es lautet:
Insigni forma, statura, stemmate, norma,
Praesul Guntharius damit eximius.
Henrici templo vivis gemmis opulento,
Virtutum radiis praeditus est aliis.
Dian solvit votum, quo se vovit dare totum,
Exul abit Solymam, reperit et patriam.
Lambert schildert ihn als „gewandt in Rede und Rath, sowohl
göttlichen als menschlichen Wissens kundig“ und sein Freund Meinhard
berichtet uns, wie wir schon oben meldeten, von seiner besondern
Voidiebe der deutschen Heldendichtung. Dass sein Einfluss auf die
geistige und wissenschaftliche Bildung des ihm untergebenen Clerus
nicht unbedeutend war, können wir auch daraus entnehmen, dass er
seinen Domherrn befahl ein geistliches Lied in deutscher Sprache
zu verfassen. Die Bamberger Schule, welche Kaiser Heinrich II.
gründete und an der ein Williram und später Anno lehrten, galt für
eine der ersten in ganz Deutschland und blühte auch unter Bischof
Günther fort. Dies bezeugen die von ihm angestellten, sowohl durch
vielseitiges Wissen, als durch grosse Beredsamkeit ausgezeichneten
Scolastiker Meinhard, Konrad und Ezzo *)• Auch in dem Benedictinerkloster
Miclielsberg bei Bamberg blühte besonders unter seiner Regierung
und jener der Äbte Heinrich und Adelhcim von 1020 bis
1071 Wissenschaft und Kunst. Vorzüglich berühmt war die dortige
Schreibschule und eine Erziehungsanstalt für adelige Jünglinge,
1) Vgl. hierüber W. Wattenbach’s Deutschland’« Geschichtsquellen im Mittelalter
2. Aufl. Berlin, 1866. S. 369 ff.