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Diem er
nicht sich von falscher Hoffnung täuschen Hessen, möchten sie wissen,
dass er gedenke, ihnen zuvörderst alles, was sie besässen, abzunehmen,
sodann aber ihr Fleisch zu essen und ihr Blut zu trinken.
Und unverzüglich entfaltete er das leinene Tuch, womit er den Kopf
nach der Sitte seines Volkes umwunden hatte, machte daraus eine
Schlinge und warf sie dem Bischof um den Hals. Dieser, als ein Mann
von edler Sittsamkeit und voll gediegener Würde, duldete die Schmach
nicht, sondern schlug jenen mit der Faust so heftig in’s Gesicht,
dass er ihn mit einem einzigen Schlage besinnungslos niederwarf und
jählings zu Boden streckte, laut rufend, dass er zuvor für seine
Gottlosigkeit Strafe leiden solle, weil er, als ein Ungeweihter und
Götzendiener, sich unterstanden hätte, seine unreinen Hände an den
Priester des Herrn zu legen. Sogleich stürzen die anderen Geistlichen
und Laien herbei und binden sowohl diesem als den Übrigen,
welche in das obere Stockwerk gestiegen waren, die Hände so fest
zusammengeschnürt auf den Rücken, dass den Meisten das Blut aus
der zerrissenen Haut durch die Nägel hervorrann. Als die Nachricht
von dieser kühnen That zu denjenigen, welche in dem Erdgeschosse
standen, gelangt, so machen auch sie es ebenso mit den arabischen
Fürsten, welche bei ihnen waren. Hierauf erheben alle Laien ein
lautes Geschrei zum Himmel, rufen Gott, den Schöpfer aller Dinge,
um Hülfe an, ergreifen wieder die Waffen, besetzen die Mauer,
werfen sich auf die Wachen, welche die Thore besetzt hatten,
schlagen sie in die Flucht und zeigen sich überall so muthvoll, so
gekräftigt durch den unerwarteten Erfolg, dass man glauben sollte,
es habe sie keine Abspannung und kein Nachtbeil durch das dreitägige
Fasten und Mühsal betroffen. Über so grosse Rührigkeit, welche
so plötzlich aus dieser misslichen Lage und äusserster Verzweiflung
hervorgetreten war, staunen die Araber sehr und vermuthen keinen
andern Grund dieser neuen Erscheinung, als dass an ihren Fürsten
die Todesstrafe vollzogen worden sei; sie stürzen daher voll der
feindseligsten Wuth in den Kampf und schicken sich an, in gedrängter
Schaar mitten durch Waffen und Männer in das Lager einzubrechen.
Und es wäre um die Christen geschehen gewesen, wenn ihnen
nicht noch zu rechter Zeit ein rettender Gedanke gekommen wäre.
Sie stellten nämlich die gefesselten Fürsten an den Platz, wo die
Feinde mit dem kräftigsten Andrang und dem dichtesten Pfeilregen
angriffen, und zu ihren Häupten einen Mann zur Beobachtung, wel-