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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Beiträge  zur  altern  deutschen  Sprache  und  Literatur.

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II.  Ein  gotis  crapht  in  drin  ginennidin,
dest  oucli  gildn  den  selin
di  si  habint  ungisclieidin,
rät  gihugidi  mid  dim  willin.
3.  dise  dri  ginennidi
sint  immir  samint  woninti.
di  ginädi  uns  got  dö  virliz
du  er  unsich  sin  ädim  in  blis.
dannin  birin  wir  an  der  seli
mid  giloubin  daz  erlichi  gotis  bilidi,
Gott  alleinig  in  drei  Personen  ist  der  Urheber  aller  Dinge.  Seine
Allmacht,  die  den  Teufel  gebunden  hat,  waltet  überall;  sie  ist  es
die  über  uns  Alles  ordnet,  hiernieden  Alles  aufrecht  erhält,  nach
Innen  Alles  erfüllt,  nach  Aussen  Alles  umfängt,  und  zwar  mit  Unwandelbarkeit ­
  ohne  Mühe  und  Arbeit.
Eine  Gottes  Kraft  mit  drei  Namen  ward  auch  den  Seelen  verliehen, ­
  welche  sie  ungetheilt  besitzen,  nämlich  Vernunft,  Gedächtniss
und  der  Wille.  Diese  drei  Genannten  sind  immer  vereint,  Gott  gab
uns  diese  Gnaden,  als  er  uns  seinen  Atliem  einblies;  daher  sind  wir
an  der  Seele  durch  den  Glauben  das  schöne  Gottes  Bild.
XXX.  Sdlig  di  zi  der  zesiwin  sint,
(si  sintj  immer  gotis  Jcint.
den  vatir  erit  da  zi  himili  der  sun
mid  den  er  hat  hin  erdi  gewunnun.
3.  insamint  in  drinchit  er  den  win,
«eichin  der  ewigin  mendin.
mid  din  cngilin  sint  si  undotlich,
mid  in  erbint  si  daz  himilricli.
got  ist  ir  lib,  räiva  unde  minni,
also  daz  licht  ist  der  ougin  wunni.
XXXI.  Herro,  di  dir  dinint,  ist  daz  richi:
wi  mugin  icir  dir  giloni?
du  dir  nidir  ginigi  üf  zi  hevini  den  man
der  von  sundin  was  givallan,
3.  du  dir  wesin  woltis  (nnsir  ginuz)
dragint  unsir  burdin  so  yroz.
            
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