Beiträge zur altern deutschen Spruche und Literatur.
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im Ezzoliede ein schöner wohldurchdachter Plan schon im Eingänge
und in der Durchführung leicht erkennbar ist und die einzelnen Tlieile
sich natürlich aneinanderfügen, hat man in der Schöpfung oft Mühe
den Inhalt und die eigentliche Tendenz des Ganzen herauszufinden
und die Motive der Übergänge von einer Strophe zur andern zu erkennen.
Während der Styl im erstem sich durch Einfachheit und
Klarheit auszeichnet, ist er im letztem gedrängt und oft überladen.
Man sieht daraus, dass es den Verfassern vorzüglich daran gelegen
war, ihr Licht nicht unter den Schädel zu stellen, sondern überall
hell leuchten zu lassen. Daher die vielfachen Beziehungen auf die
heilige Schrift und die Lehren der Kirchenväter, die sie im engsten
Rahmen nur mehr andeuteten als weiter auszuführen suchten, so dass
sie nur dem Eingeweihten verständlich sind. Das Lied ist durchaus
ein gelehrtes, welches das üdi profunum vulgus et arceo überall an
der Stirne trägt, und ein solches zu liefern, war auch offenbar die
Absicht der Verfasser. Aus diesem Grunde kann man ihm wohl kaum
mit Scherer den äusserst prosaischen Titel Summa theologiae geben,
welche in der Regel nur für Anfänger und leicht verständlich abgefasst
ist. Ein Styl aber, in welchem, wie Scherer selbst zugesteht, die
Worte gewissermassen nur Symptome der Gedanken, also erst dann
zu verstehen sind, wenn man hinter sie zurück auf die dem Dichter
vorschwebeude Anschauung gebt, ein Styl, der viele der geläufigen
Deutungen mittelalterlicher Theologie mehr voraussetzt und streift
als mittheilt und entwickelt, passt doch offenbar nicht für eine solche
Summa. Eine solche zu dichten lag auch nicht in der Absicht der
Geistlichen, denn dazu hätten sie sich wie gewöhnlich der lateinischen
Sprache und der Prosa bedient. Sie wollten vielmehr ein Loblied
auf die heilige Dreieinigkeit und ihr Wirken verfassen, und diesen
Titel scheint auch das Lied ursprünglich gehabt zu haben; denn in
der Handschrift findet sich von einer Hand des 13. oder 14. Jahrhunderts
mit sehr kleinen IJuchstaben unmittelbar über dem Anfang die
Aufschrift: De sancta trinitate. Ich habe dieselbe bei dem Abschreiben
nicht beachtet, weil sic jünger ist, und ich sie damals nicht für
passend hielt. Da aber, wie aus dem oucli der Strophe II, 2 hervorgeht,
die beiden ersten Verse des Liedes sehr wahrscheinlich verderbt
sind, und Got vater allein nicht die Trinitas bedeuten kann,
mithin das Object der nachfolgenden Vergleichung fehlt, so lässt sich
vermuthen, dass die Stelle ursprünglich gelautet habe: Got al eine