Beiträge zur altern deutschen Sprache und Literatur.
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Nach der im Eingang angeführten Stelle aus Altmann’s Leben
geht hervor, dass Cuonrad der Reisegefährte Ezzo’s später als Propst
nach Göttweig kam. Da mochte er den dortigen Canonikern oft und
Vieles von jener grossen Pilgerfahrt nach Jerusalem und von dem
ausgezeichneten Liede, welches sein Freund während derselben
verfasst hatte, erzählt haben, was der in Göttweig anwesende Biograph
Altmann’s, der bald nach 1123 schrieb, noch selbst gehört
haben konnte. Daraus erklärt sich am einfachsten seine genauere Nachricht
sowohl über die genannte Pilgerfahrt, als auch über unsern Ezzo.
Ferner ist es natürlich, dass sich Cuonrad von Bamberg eine
Abschrift seines Liedes und auch des andern der dortigen Geistlichkeit
nach Göttweig mitgenommen hat, und dass beide dort allgemein
bekannt und gelesen, und von unseren heimischen Schriftstellern
auch gelegentlich benützt wurden, z. B. von der Ava im Leben Jesu.
Diem. 233, 3, 7, 8 vergl. zu 14, 4; vom Verfasser des Johannes.
Fdgb. 2, 139, 5 vergl. zu 17, 9 und noch früher von dem Dichter
der Bücher Mosis Diem. 41,1—6. Moyses der guote, wie wol er sie
behuote, er liiez slahen ein lamb, diu harmscar sd erwant, mit
des lambes bluote ir tur si segendten, er streich ez an daz ubertur,
der sinkende engel vuor da fuor mit Strophe 26, 3—10. Daraus
erklärt sich ferner die unzweifelhafte Benützung unseres Liedes von
Seite des Honorius Augustodunensis, der höchst wahrscheinlich in
Göttweig lebte und auf den wir später zurückkommen werden.
Nachdem wir hinlänglich dargethan zu haben glauben, dass
unser Lied vom reilten anegenge mit dem Ezzo’s von den Wundern
Christi ein und dasselbe sei, scheint es angezeigt zu untersuchen, ob
sich denn nicht auch Ezzo’s Bericht über das Lied, welches die
Bamberger Geistlichkeit auf Befehl ihres Bischofs verfasste, mit irgend
einem der uns erhaltenen Gedichte in näherer Beziehung stehe.
Schon oben habe ich ausführlich gezeigt, dass sich der genannnte
Bericht keineswegs auf unser Lied, sondern auf jenes frühere beziehen
müsse und die eben angeführte Stelle lenkt unsern Blick unwillkürlich
auf „die Schöpfung“ bei Diemer. Auch sie konnte auf dieselbe
Weise wie Ezzo’s Lied von Cuonrad aus Bamberg nach Göttweig
gebracht und von da später nach Vorau gelangt sein, indem es den
dortigen Chorherren vor Allen daran gelegen sein musste, so berühmte
Geistesproducte ihrer Ordensbrüder, die ihnen seihst zur Ehre
gereichten, in Abschrift zu erhalten.
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