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die Zweifelnden noch etwas enger ziehen, so dass am Ende kaum
eine andere Person als der scolasticus Ezzo als der einzig mögliche
Verfasser übrig bleibt. Denn wer anders als ein Bamberger konnte
mit der Geschichte des Ortes und des Domcapitels so innig vertraut
sein und bis auf das kleinste Detail selbst die kleinlichen Umstände
wissen, welche die Abfassung und Wirkung eines einfachen Liedes
begleiteten? Wer anders als wieder nur ein Bamberger und zwar ein
Geistlicher des Domcapitels würde darauf verfallen sein, diese Umstände
zu benützen, um seinem vielgeliebten Bischof im Eingänge seines
Liedes als Freund und Förderer der deutschen Poesie ein ebenso
schönes als ehrenvolles Denkmal zu setzen? Ja selbst das Beiwort,
dessen sich der Verfasser bedient „cler guote Gunthare“ beweist, wie
sehr der Verfasser seinen Vorgesetzten liebte und verehrte. Dass aber
Günther die Liehe und Achtung Aller, die ihn kannten und in seiner
Nähe waren, auch genoss und im vollen Masse verdiente, geht aus
dem gleichzeitigen Zeugniss, das ihm Lambert von Hersfeld gibt,
unzweideutig hervor. Er äussert sich über ihn folgendermassen:
„Diesen so grossen Glanz vergänglichen Glücks machte noch hellleuchtender
und vollkommener der reiche Schatz seiner Seele, die
Unschuld seines Lebens und die Sittsamkeit seines Wandels, denn
den so herrlichen Ruhm beider Menschennaturen, des geistigen nämlich
und des irdischen Menschen, welchen alle an ihm bewunderten,
achtete hlos er selbst um Gottes Willen so gering, dass er gegen
alle Menschen auch vom niedrigsten Stande sich leutselig wie gegen
seinesgleichen bewies.“ — Alle diese Umstände sprechen, wie wir
sehen, entschieden für einen Bamberger als Verfasser. Nun war aber
nach dem Biographen Altmann’s Ezzo ein Bamberger und, was noch
mehr sagen will, Scolasticus an der dortigen berühmten Schule und
wie es weiter heisst, ein vir omni scientia et eloquentia praeditus,
und nur ein solcher Mann konnte unser Lied verfasst haben, das sich
sowohl durch geistvolle Anlage als geschickte Durchführung auszeichnet
und nicht gewöhnliche Kenntnisse und Übung voraussetzt. Aus
dem Gesagten geht also, wie ich glaube, die volle Gewissheit hervor,
dass unser Lied wirklich die von dem Biographen Altmann’s erwähnte
cantilena Ezzo's sei.
Damit stimmen aber auch alle andern historischen Verhältnisse
und namentlich der Ort, nämlich Göttweig, woher uns die älteste
Nachricht über unser Gedicht zukam, vollkommen überein.