Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

22

B  o  n  i  t  z

Wirbelwind  sind  ein  ndSog;  denn  in  den  Begriff  dieses  Wortes,  das
ganz  allgemein  den  Vorgang,  die  Erscheinung  bezeichnet,  gehen
diese  Unterschiede  an  sich  nicht  ein.  Nur  das  eine  lässt  sich  als  allgemein ­
  charakteristisch  für  die  Bedeutung  von  naSog  beobachten,
dass  ein  Vorgang  als  ein  Leiden,  als  ein  Afficirtsein,  als  das  Empfangen ­
  eines  Eindruckes,  also,  insoweit  von  freiwillig  und  unfreiwillig ­
  überhaupt  die  Rede  sein  kann,  als  ein  für  das  Subject  unfreiwilliges ­
  Geschehen  erscheint.  Diesen  Charakterzug  wird  man  leicht
an  den  oben  erwähnten  Lehenserscheinungen  erkennen  (vgl.  J.  B.
Meyer,  Aristoteles'  Thierkunde  S.  94  f.),  während  z.  B.  die  Sorge
der  Thiere  für  die  eigene  Nahrung  und  für  die  Ernährung  der  Jungen
als  eine  npäEig  bezeichnet.  Hist.  an.  vj  12.  596  b  20,  und  daher
rtpäßig  von  7iaSog  deutlich  unterschieden  wird,  indem  es  von  den
Thieren  heisst:  rag  npa^etg  xarä  rd  ndSr)  GV[xßatvei  noieXaJdai
Tretet  roXg  ^citoig  Hist.  an.  t  49.631  b  5.  So  finden  wir  für  die  sittliche
Beurtheilung  epya  und  naSy  einander  entgegengesetzt;  denn  wenn
in  der  Rhetorik  a  9.  1366  b  29  zuerst  allgemein  gesagt  ist  xala  iort
rotaöra  d  icnv  dyaSrov  epya  v  ndSrj,  so  findet  dies  doch  sofort  in
Betreff  einer  speciellen  Tugend,  der  Gerechtigkeit,  die  Unterscheidung ­
  v.a'kd  iart  rd  oixaia  xai  rä  dtxetiwg  spya,  xdSrri  oe  ou.  Aber  zu
einer  strengen  Beschränkung  von  xdSog  auf  den  Begriff  des  Leidens
mit  Ausschluss  des  Thuns  kommt  es  doch  nicht  und  kann  es  nicht
kommen;  denn  bei  der  engen  und  untrennbaren  Verbindung  des  noi-£tv
  mit  dem  naaysiv  gibt  es  nicht  leicht  ein  ~d.5og,  in  welchem  nicht
zugleich  ein  Thun,  ein  epyov  des  afficirten  Subjectes  mit  eingeschlossen ­
  wäre.  Die  Sinneswahrnehmungen  z.  B.,  die  wir  vorher  als  ein
ndSog  der  Seele  oder  des  speciellen  Sinnesorganes  von  Aristoteles
bezeichnet  sahen,  hei  denen  überdies  das  leidentliche  Verhalten  des
Sinnesorganes  durch  SeyjaSai  rd  r.dSog  charakterisirt  wird  (ßtä
axknpdrrira  rov  dsyopiJvov  rd  ndSog  ovx  iyyiverai  6  rinzog  Mem.  1.
450  b  5),  finden  wir  andererseits  von  ihm  als  epyov  der  Seele  oder
der  Organe  betrachtet,  Psych.  a  1.  402  b  12.  Sens.  3.  439  a  8
u.  a.  Wenn  Aristoteles  schreibt  Ttepi  vdduuv  xai  SaldGcrig...,  ÖKoaa
r.dSr,  xara  ipbaiv  avroXg  avp.ßaivsi  xoieXv  xai  ndG-ytiv  Meteor,  ß  3.
359  b  24,  so  will  er  gewiss  nicht  die  eine  Gruppe  der  Erscheinungen ­
  dem  Meere  und  dem  Wasser  als  ein  xc/ieXv,  die  andere  als  na~
ayeiv  zuschreiben,  sondern  er  weist  durch  die  Verbindung  von  TtoieXv
und  ndayeiv  ra  ndSr,  auf  die  Untrennbarkeit  dieser  beiden  Seiten
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.