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D i e in e r
völlig verschiedenen ersten Person Gottes spricht. Dies ist jedoch
nicht der Fall, indem Christus da, wo er als Gott vor seiner Menschwerdung
handelnd auftritt, seihst von den deutschen Schriftstellern
und Dichtern, (vgl. Anmerk, zu 4, 1,) oft auch als „Gott“ bezeichnet
wird. Aus dem Gesagten geht aber auf das unzweideutigste hervor,
das unser Lied durchaus von den Wundern Christi handelt, die er
als Gott und Schöpfer der Welt und des Menschen und als Erlöser
hiernieden gewirkt hat. Darin liegt aber ein Hauptbeweis für die Identität
desselben mit der im Leben Altmann’s erwähnten Cantilena
de miraculis Christi.
4. Unser Bericht sagt ferner, dass dasLied auf der grossen Pilgerfahrt
nach Jerusalem, welche Bischof Günther von Bamberg im
Jahre 1064 unternahm, gedichtet wurde.
Es fragt sich nun, ob der Inhalt des Gedichtes wohl der grossartigen
Veranlassung entspricht und derselben würdig sei. Auch diese
Frage werden wir unbedenklich bejahen können; denn welcher Gegenstand
hätte wohl einer solchen frommenPilgerrei.se in das heilige
Land angemessener und würdiger sein können als eine Darstellung
des Lebens und der Wunder Christi eben in jenem Lande, von dem
uns allein das Heil und die Erlösung kam und zu dem die fromme
Schaar der Pilger hinströmte.
Auch die Fassung des Liedes in der 2. Strophe des Einganges:
Ih teil eu eben allon ein vil wäre rede vor tuon beweist, dass dasselbe
nicht zum blossen Lesen in einsamer Abgeschiedenheit, sondern
zum Gesänge oder wenigstens zum Vortrage vor einer grossem
Schaar von Zuhörern bestimmt war.
Vor Allem bezeichnend, ja wir können sagen entscheidend ist
die Strophe XXIX. Der Verfasser redet da die Versammlung als das
Spiritalis Israel an. Nun habe ich aber in der Anmerkung zu 29, 1
gezeigt, dass darunter nur die von den Banden des Teufels durch die
Erlösung befreite Christenheit verstanden werden könne. Diese war
aber hier gewiss hinlänglich vertreten, indem sich bei der Wallfahrt
nicht nur mehrere Bischöfe und andere hohe geistliche Würdenträger,
sondern auch sehr viele hochansehnliche Personen aus dem
Laienstande mit ihrem Gefolge, kurz mehr als 7000 Menschen, einfanden.
Alle diese sollen, und zwar n u n, wie es ausdrücklich heisst, ihr
Erbe, d. i. das gelobte Land und Jerusalem wieder schauen, nachdem
sie erlöst seien de juejo Pharaonis. Diese Stelle so wie überhaupt die