Beiträge zur altern deutschen Sprache und Literatur.
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uncle von einem alten wibe. daz ist wol ze wunderne; iedoch ist
wunderlicher, daz er einer magide gab unvernomene gebürt, wan
ez ist vil unvernomen daz ie wip gebcere dne man, wan ain min
frowe S. Maria, dannan sprah Abacuk . . . herre ich hän vernomen
diniu wunder . . . Spec. eccl. S. 26 •— S. Moyses, do er die
Juden fuorte uz Egyptelande, unde er so mwnigiu gröziu wunder
such die Got (dt i. Christus vgl. zu 26, 1.) mit in begie, do bat er
nnsern herren, daz er in gesehen lieze sih selben ebda S. 27. Vgl.
noch Angenge 11, 34; Fundgr. 2, 180, 43; 199, 5. 12.
Aus den angeführten Belegen, welche ich, wenn es nöthig wäre,
leicht noch vervielfältigen könnte, geht unzweideutig hervor, dass die
Wunder, welche Christus während seines Erdenlebens wirkte, eigentlich
nur eine fortgesetzte Manifestation seiner göttlichen Allmacht
seien und dass daher auch jene vor seiner Menschwerdung, d. i. die
Schöpfung der Welt und des Menschen, dann die Weissagungen und
wundervollen Thaten der Propheten und seine eigenen mit Recht zu
den Wundern Christi zu rechnen seien und auch stets als solche
betrachtet wurden. Hiezu kommen noch überdies die Wunder Christi
nach seinem Tode, wie die Höllenfahrt, die Bezwingung des Teufels,
die Auferstehung, die Himmelfahrt und die Besiegung der himmlischem
Heerschaaren, welche ihn mit seinen Auserwählten nicht erkannten
und den Eintritt in den Himmel verwehren wollten. Daher
sagt auch ein Prediger des 12. Jahrhunderts mit Recht: Zeichenliche
chom er in dise werlt, zeichenliche was er in dirre werlte, zeichenliche
vuor er von dirre werlte. Daz geloubeten sine vriunte,
widerredeten sine vinte; den vriunten chom daz ze einem Salden
den viriten (zum verlöre.) Siehe Fundgr. 1, (18, 24 ff.
Diese wundervolle Wirksamkeit des Herrn v o r seinem Erscheinen
im Fleische haben nicht blos Hofmann, sondern wie es scheint
Alle, welche sich bisher mit unserem Liede befassten, nicht gehörig
gewürdigt, wesshalb z. B. von Schade und Müllerhoff die Strophen
VI—VIII, welche von der leiblichen Schöpfung des ersten Menschenpaares
handeln, und nothwendig auch hielier gehören, als unecht
ausgeschieden wurden. Der weitere Grund dieses Missverständnisses
liegt theils in den von dem Schreiber versetzten Strophen, theils wie
aus Müllenhoff S. 340 hervorgeht, in dem Umstande, dass sich der
Verfasser Strophe VI zur Bezeichnung Christi der Worte „Schöpfer“
und „Gott“ bediente also, wie Müllenhoff meint, von der von Christus