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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

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i)  i  e  ni  e  r

unser  Verfasser  auch  den  Sohn  den  eigentlichen  Schöpfer,  da»
r  eilte  aneg  enge.  Als  weitern  Beleg  des  Gesagten  will  ich  hier  noch
ein  Paar  Stellen  des  heiligen  Augustin  anfiihren,  nämlich:  Tractatus
in  Joannem.  Opera  S.  Aug.  ed  Maur.  Paris  1689,  tom.  IQ,  pag.  428
et  433,  wo  es  sich  um  die  Erklärung  der  Worte  Christi,  Johannes  5,
17:  Pater  mens  usque  modo  operatur  et  ego  operor.  Dazu  bemerkt
Augustinus:  Ergo  tanquam  diceret  (Jesus)  Judaeis:  Quid  expectatis,
ut  non  operer  Sabbato  ?  iSabbati  dies  ad  significationem  meam  praeceptus
  est.  Opera  Bei  attenditis?  Ego  ibi  er  am,  cum  fierent,  per
me  facta  sunt  omnia  ...  Pater  operatus  est  lucem;  sed  dixit,
ut  fieret  lux;  si  dixit,  Verbo  operatus  est.  Verbum  ejus  ego  eram,
ego  sum;  per  me  factus  est  mundus  in  istis  operibus;  per  me
regitur  mundus  in  istis  operibus  >)  .  Praet.  XVII.  §.  1  ü,  p.  429.
An  einer  andern  Stelle  (Enarratio  in  Psalm.  90,  Serm.  1,  Opera
Tom  IV.  pag.  962  c.)  sagt  Augustin  ausdrücklich,  dass  die  Wunder, ­
  die  vor  der  Gehurt  des  Herrn  geschahen,  durch  ihn  gewirkt
worden  sind:  Mir  acula  enim  nondum  natus  de  Maria  fecit.  Quis
enim  unquam  fecit,  nisi  ipse,  de  quo  dictum  est:  Qui  facit  mirabilia
  magna  solus?  in  ipsius  enim  virtute,  et  antea  qui
fecerunt,  potuerunt  aliquid  facere;  in  virtute  Christi  Elias  mortuum
  suscitavit  u.  s.  w.
In  demselben  Tom.  IV.  1S89  D.  wird  gesagt,  dass  Christus  sich
selber  durch  seine  Propheten  gepredigt  und  geweissagt  habe,  woraus
folgt,  dass  sein  Kommen  im  Fleische  nur  eine  Fortsetzung  seiner  vorausgehenden
  -wundervollen  Wirksamkeit  ist.  So  heisst  es  auch  im
Arnsteiner  Marienlied  bei  Müllenhoff  XXXVIII,  V.  74.  Man  liset  oug
ander  vil  manig  wunder,  da  mide  din  geburd  wilen  vore  gekündet
ward.  Hed  ich  tiisend  munde,  gesagen  ich  niene  künde  envollen  des
wunderes  da»  van  dir  gescriven  is.  —  So  getan  sint  siniu  wunder,
daz  er  s.  Joliannem  hie»  geborn  werden  von  einem  alten  vater

*)  Desshalb  heisst  es  in  der  altern  Judith:  E  got  giborin  wurde,  do  wielt  er  aller
dirre  werihe.  Hier  ist  nicht  werlde  zu  setzen,  da  die  werche  Gottes  über  die
Welten  noch  hinausgehen,  die  sich  nur  auf  die  materielle  Schöpfung  beziehen,
während  werche  sowohl  diese  als  die  geistige  in  sich  schliesst,  und  die  von  den
altern  lateinischen  Dichtern  des  Mittelalters  sogenannte  machina  cceli  et  terrae
bedeutete.  Auch  reimt  iimrde  und  werche  vollkommen  gut.  Vgl.  Anno  19—26  bei
Bezzenberger;  Schade’s  Altd.  Lesebuch  S.  96.  Judith.  V.  2.  und  Scherer  in  Miillenhoff’s
  Denkm.  S.  101,  V.  2.
            
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