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D i e m e r
heit von Ezzo's Verfasserschaft unseres Liedes ahleiten lasse. Der
genannte Bericht sagt:
1. Dass Ezzo eine cantilena, d. i. ein strophisches Lied, verfasst
habe. Dass unser Lied keine hlosse Reimprosa ist, wie W. Wackernagel
meint, sondern wirklich ein in Strophen abgetheiltes Lied,
dürfte nach den verschiedenen Herstellungsversuchen, die, ohne dem
Originale zu nahe zu treten, gemacht wurden, kaum mehr bezweifelt
werden. Wer sich durch die in der damaligen Zeit herrschenden
freien Reime oder blossen Anklänge an Reime, und durch die in
den Versen oft wechselnde Zahl der Hebungen oder durch leicht
erkennbare Einschiebungen irre machen lässt und behauptet, dass
desshalb ein Gedicht kein Gedicht sei, sondern nur gereimte Prosa
enthalte, berücksichtigt offenbar jene Momente, die fast in allen
altern Dichtungen dieser Zeit Vorkommen, zu wenig und wird sie
daher ungerecht heurtheilen. Reimprosa oder bloss nur gereimte Prosa
kann man aber diese Dichtungen und das unsere schon aus dem
einfachen Grunde nicht heissen, weil sie offenbar keine Prosa, sei es
in was immer für einer Bedeutung, sondern ordentliche Verse enthalten,
welche in der Handschrift durch Punkte geschieden, mit dem
gehörigen Metrum, d. i. der völlig gleichen Anzahl von Hebungen
und Senkungen versehen und in Strophen, welche eigens durch grosse
Anfangsbuchstaben bezeichnet werden, abgetheilt sind. Auch ist der
Inhalt und die Sprache besonders in unserem Liede und dem von der
Schöpfung keineswegs prosaisch, sondern durchaus gehoben, und oft
voll poetischen Schwunges. Vergl. hierzu Schade, Altd. Lesebuch
S. VII ff. Wir glauben also keines weitern Beweises zu bedürfen, dass
unser Gedicht wirklich eine cantilena, d. i. ein strophisch abgefasstes
Lied in Versen sei.
2. Der Bericht sagt ferner, dass Ezzo eine cantilena auf der
Pilgerfahrt nach Jerusalem, d. i. im Jahre 1064 und in deutscher
Sprache gedichtet habe. Beide Punkte, sowohl die -angegebene Zeit
als die Sprache, treffen hei unserm Gedichte zusammen; denn dass
dasselbe der Mitte des 11. Jahrhunderts angehöre, dürfte kaum Jemand
mehr bezweifeln; wesshalb ich es für überflüssig halte, auf die
vielen jener Zeit entsprechenden alten Sprachformen und Reime eigens
hinzuweisen.
3. Heisst es, dass das Lied von den Wundern Christi handle.
Unser Gedicht führt zwar den Titel „von dem rehten anegenge“ und