Beiträge zur älteren deutschen Sprache und Literatur.
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für sich allein entscheidend sein würde, wenn nicht das Lied seihst
so viele Merkmale und innere Kriterien an sich trüge, welche für
Ezzo’s Verfasserschaft sprechen. Müllenhoff gesteht zwar S. 340
„es kaum zu hegreifen, wie man so lange (?) habe zweifeln können,
dass die im Leben Altmann’s erwähnte Cantilena de miraculis Christi
in der Aufzeichnung der Vorauer Handschrift vollständig und im
Ganzen wohl erhalten vorliege“, und verschmäht es daher, die Belege
dafür, beizubringen. Wir können diese Geringachtung der Meinung
anderer Fachgenossen nur bedauern, und zwar umsomehr, als dieselbe
mit einem blossen Machtspruch nicht beseitigt werden kann
und Müllenhoff gewiss besser im Stande gewesen wäre als wir, alle
Zweifel zu beseitigen und vielleicht Manches beizubringen, was uns
bisher entgangen ist.
Zu Gunsten unserer Ansicht lassen sich folgende Gründe anführen
:
1. Schon in der Note zu 1, 7 habe ich angedeutet, dass hier
ursprünglich ih begundez scriben gestanden haben dürfte, und dass
der Schreiber es für seine Zeit für nöthig erachtete, den nicht mehr
allen bekannten Namen des Verfassers nachzutragen. Auch kann es
ih Ezzo geheissen haben und das ih ausgelassen worden sein,
wodurch dann Ezzo, als dem ih von 2, 1 gegenüber, in der dritten
Person erscheint.
2. Ebenso habe ich am angeführten Orte darauf hingedeutet,
dass Verfasser nicht selten ihren Namen in der dritten Person in den
Texte einflechten, und auf einige Beispiele hierzu hingewiesen.
3. Der Verfasser erzählt in der ersten Strophe eine historische
Thatsache, an welcher er sich vor Allen betheiligt hat. Er benützte
diese Gelegeheit, um seinen Antheil daran durch die Nennung seines
Namens in der dritten Person, als schlichter Erzähler auf die
anspruchloseste Weise geltend zu machen. Dass das unmittelbar
folgende Gedicht von ihm herrühre, brauchte er seinen Zuhörern
gegenüber nicht durch wiederholte Nennung seines Namens in der
dritten Strophe zu versichern, da es ihnen ohnehin bekannt war.
Jedoch alle diese Gründe könnten in einer so wichtigen Frage
für sich allein nichts entscheiden. Wir müssen daher nach andern
forschen und vor Allem sehen, oh der Inhalt und die Form unseres
Liedes mit dem Berichte in Altmann’ s Lehen vollkommen übereinstimme
und ob sich daraus die Wahrscheinlichkeit oder volle Gewiss-