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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Beiträge  zur  älteren  deutschen  Sprache  und  Literatur.

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für  sich  allein  entscheidend  sein  würde,  wenn  nicht  das  Lied  seihst
so  viele  Merkmale  und  innere  Kriterien  an  sich  trüge,  welche  für
Ezzo’s  Verfasserschaft  sprechen.  Müllenhoff  gesteht  zwar  S.  340
„es  kaum  zu  hegreifen,  wie  man  so  lange  (?)  habe  zweifeln  können,
dass  die  im  Leben  Altmann’s  erwähnte  Cantilena  de  miraculis  Christi ­
  in  der  Aufzeichnung  der  Vorauer  Handschrift  vollständig  und  im
Ganzen  wohl  erhalten  vorliege“,  und  verschmäht  es  daher,  die  Belege
dafür,  beizubringen.  Wir  können  diese  Geringachtung  der  Meinung
anderer  Fachgenossen  nur  bedauern,  und  zwar  umsomehr,  als  dieselbe ­
  mit  einem  blossen  Machtspruch  nicht  beseitigt  werden  kann
und  Müllenhoff  gewiss  besser  im  Stande  gewesen  wäre  als  wir,  alle
Zweifel  zu  beseitigen  und  vielleicht  Manches  beizubringen,  was  uns
bisher  entgangen  ist.
Zu  Gunsten  unserer  Ansicht  lassen  sich  folgende  Gründe  anführen ­
  :
1.  Schon  in  der  Note  zu  1,  7  habe  ich  angedeutet,  dass  hier
ursprünglich  ih  begundez  scriben  gestanden  haben  dürfte,  und  dass
der  Schreiber  es  für  seine  Zeit  für  nöthig  erachtete,  den  nicht  mehr
allen  bekannten  Namen  des  Verfassers  nachzutragen.  Auch  kann  es
ih  Ezzo  geheissen  haben  und  das  ih  ausgelassen  worden  sein,
wodurch  dann  Ezzo,  als  dem  ih  von  2,  1  gegenüber,  in  der  dritten
Person  erscheint.
2.  Ebenso  habe  ich  am  angeführten  Orte  darauf  hingedeutet,
dass  Verfasser  nicht  selten  ihren  Namen  in  der  dritten  Person  in  den
Texte  einflechten,  und  auf  einige  Beispiele  hierzu  hingewiesen.
3.  Der  Verfasser  erzählt  in  der  ersten  Strophe  eine  historische
Thatsache,  an  welcher  er  sich  vor  Allen  betheiligt  hat.  Er  benützte
diese  Gelegeheit,  um  seinen  Antheil  daran  durch  die  Nennung  seines
Namens  in  der  dritten  Person,  als  schlichter  Erzähler  auf  die
anspruchloseste  Weise  geltend  zu  machen.  Dass  das  unmittelbar
folgende  Gedicht  von  ihm  herrühre,  brauchte  er  seinen  Zuhörern
gegenüber  nicht  durch  wiederholte  Nennung  seines  Namens  in  der
dritten  Strophe  zu  versichern,  da  es  ihnen  ohnehin  bekannt  war.
Jedoch  alle  diese  Gründe  könnten  in  einer  so  wichtigen  Frage
für  sich  allein  nichts  entscheiden.  Wir  müssen  daher  nach  andern
forschen  und  vor  Allem  sehen,  oh  der  Inhalt  und  die  Form  unseres
Liedes  mit  dem  Berichte  in  Altmann’  s  Lehen  vollkommen  übereinstimme ­
  und  ob  sich  daraus  die  Wahrscheinlichkeit  oder  volle  Gewiss-
            
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