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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

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D  i  e  m  e  r

sein.  Dass  aber  beginnen  nicht  selten  als  „wirklich  thun,  machen
schaffen“  bedeute,  habe  ich  in  der  Anmerkung  1,  5  durch  viele  Beispiele ­
  erwiesen.  So  hat  auch  Ezzo  nicht  blos  angefangen  das  Lied
zu  schreiben,  sondern  er  hat  dies  wirklich  gethan,  indem  beginnen
mit  einem  andern  Zeitwort  oft  nur  als  Umschreibung  des  Praeteritums
  dient.  Siehe  Wörterbuch  zu  Joseph  unter  beginnen.
Es  liegt  also  hier  eine  vollkommen  abgeschlossene  Thatsache
vor  uns,  nämlich  ein  Lied  der  Bamberger  Priester,  dessen  Text  Ezzo
geschrieben  oder  redigirt,  dessen  Melodie  aber  Willo  verfasst  hat.
Da  dieses  Gedicht  aber  grossen  Beifall  fand  und  eine  solche  Wirkung
hervorbrachte,  dass  darauf  alle  oder  viele  Geistliche.in  den  Mönchsstand ­
  traten,  so  ist  es  leicht  erklärlich,  dass  Ezzo,  durch  dieses  erfolgreiche ­
  Beispiel  angeregt,  ein  ähnliches  Lied  zu  dichten  versuchte,  worin
er  sich  auf  das  frühere  berief.  Würde  sich  jene  Stelle  von  dem  Liede
der  Bamberger  Geistlichkeit  auf  das  Lied  Ezzo’s  beziehen,  so  müsste
er  in  der  sogleich  darauf  folgenden  Strophe  sagen:  Ich  wil  eu  eben
allen  nu  jenez  liet  (von  dem  ich  eben  berichtet  habe)  vor  tuon,
keineswegs  aber  könnte  er  von  jenem  gerade  vorher  erwähnten
Liede  als  von  einem  völlig  verschiedenen  reden  und  sagen:  Ich  wil
eu  eben  allon  eine  vil  wäre  rede  vor  tuon,  wenn  er  damit  jenes
bereits  genannte  und  nicht  sein  eigenes  Lied  gemeint  hätte,  das,  wie
zugegeben  wird,  unmittelbar  darauf  folgt.  —  Eben  so  wenig  könnte
er  gleich  darnach  die  Worte:  von  dem  minem  sinne,  d.  h.  so  gut  als
ich  es  vermag,  gebrauchen,  und  dadurch  bescheiden  eine  Entschuldigung ­
  seiner  schwachen  Kraft  und  einen  Gegensatz  andeuten  zu
jenem  Liede  seiner  Genossen,  das  mehr  nach  ihrem  Sinne  und
ihrem  Geiste,  als  nach  seinem  eigenen  verfasst  sei.  Diese  beiden
Punkte  sind  meiner  Ansicht  nach  allein  schon  für  meine  Auslegung
völlig  entscheidend.  Die  Behauptung,  beide  genannten  Stellen  seien
auf  ein  und  dasselbe  Gedicht  Ezzo’s  zu  beziehen,  zeigt  sich  aber  bei
näherer  Betrachtung  als  willkürlich  und  gezwungen.  Sie  erscheint
willkührlich,  weil  man  aus  der  theilweisen  Verstümmlung  und  dem
durch  selbe  herbeigeführteu  irrigen  Verständniss  des  betreffenden
Textes  nicht  dessen  völlige  Unechtheit  folgern  und  auf  Grund  dieser
Folgerung  etwas  annehmen  darf,  was  ganz  gegen  den  Wortlaut  der
Überlieferung  ist,  welche,  wie  wir  sehen,  einen  vollkommen  guten
Sinn  gewährt.  Sie  ist  ferner  gezwungen  oder  ganz  und  gar  unwahrscheinlich, ­
  denn  dass  ein  Dichter  schon  im  Anfänge  seiner  Dichtung,
            
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