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D i e m e r
sein. Dass aber beginnen nicht selten als „wirklich thun, machen
schaffen“ bedeute, habe ich in der Anmerkung 1, 5 durch viele Beispiele
erwiesen. So hat auch Ezzo nicht blos angefangen das Lied
zu schreiben, sondern er hat dies wirklich gethan, indem beginnen
mit einem andern Zeitwort oft nur als Umschreibung des Praeteritums
dient. Siehe Wörterbuch zu Joseph unter beginnen.
Es liegt also hier eine vollkommen abgeschlossene Thatsache
vor uns, nämlich ein Lied der Bamberger Priester, dessen Text Ezzo
geschrieben oder redigirt, dessen Melodie aber Willo verfasst hat.
Da dieses Gedicht aber grossen Beifall fand und eine solche Wirkung
hervorbrachte, dass darauf alle oder viele Geistliche.in den Mönchsstand
traten, so ist es leicht erklärlich, dass Ezzo, durch dieses erfolgreiche
Beispiel angeregt, ein ähnliches Lied zu dichten versuchte, worin
er sich auf das frühere berief. Würde sich jene Stelle von dem Liede
der Bamberger Geistlichkeit auf das Lied Ezzo’s beziehen, so müsste
er in der sogleich darauf folgenden Strophe sagen: Ich wil eu eben
allen nu jenez liet (von dem ich eben berichtet habe) vor tuon,
keineswegs aber könnte er von jenem gerade vorher erwähnten
Liede als von einem völlig verschiedenen reden und sagen: Ich wil
eu eben allon eine vil wäre rede vor tuon, wenn er damit jenes
bereits genannte und nicht sein eigenes Lied gemeint hätte, das, wie
zugegeben wird, unmittelbar darauf folgt. — Eben so wenig könnte
er gleich darnach die Worte: von dem minem sinne, d. h. so gut als
ich es vermag, gebrauchen, und dadurch bescheiden eine Entschuldigung
seiner schwachen Kraft und einen Gegensatz andeuten zu
jenem Liede seiner Genossen, das mehr nach ihrem Sinne und
ihrem Geiste, als nach seinem eigenen verfasst sei. Diese beiden
Punkte sind meiner Ansicht nach allein schon für meine Auslegung
völlig entscheidend. Die Behauptung, beide genannten Stellen seien
auf ein und dasselbe Gedicht Ezzo’s zu beziehen, zeigt sich aber bei
näherer Betrachtung als willkürlich und gezwungen. Sie erscheint
willkührlich, weil man aus der theilweisen Verstümmlung und dem
durch selbe herbeigeführteu irrigen Verständniss des betreffenden
Textes nicht dessen völlige Unechtheit folgern und auf Grund dieser
Folgerung etwas annehmen darf, was ganz gegen den Wortlaut der
Überlieferung ist, welche, wie wir sehen, einen vollkommen guten
Sinn gewährt. Sie ist ferner gezwungen oder ganz und gar unwahrscheinlich,
denn dass ein Dichter schon im Anfänge seiner Dichtung,