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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

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Diemer

canonicis  praelatus  praepositiis  fuit.  Quibus  Altmannus  ex  lutere
reginae  (Agnetis  Heinrici  III.  viduaej  cum  multis  viris  de  palatio
honoratis  factus  est  comes  itineris  et  socius  loboris.
Siehe  Wattenbaeh's  Ausgabe  in  Pertz  Monum.  German.  Scriptores
  XII.  pag.  230,  3  —18.
Diese  früher  kaum  beachtete  Stelle  erhielt  durch  die  Auffindung
und  Herausgabe  der  Vorauer  Handsch.  XI.  eine  erhöhte  Bedeutung,
indem  sie  mit  dem  Liede  „Von  den  vier  Evangelien“,  wie  ich  es
damals  nannte,  in  Verbindung  gebracht  wurde.  Obgleich  das  genannte
Lied  nicht  den  Namen  Ezzo  und  die  Worte:  von  den  wundern
Christi  als  Titel  an  der  Stirne  trägt,  so  lassen  doch  Form  und  Inhalt, ­
  so  wie  andere  Umstände,  was  ich  später  zeigen  werde,  mit
voller  Sicherheit  schliessen,  dass  uns  in  demselben  Ezzo’s  cantilena
de  miraculis  Christi  erhalten  ist.  Ich  habe  diese  Ansicht  schon  bei
der  Veröffentlichung  der  deutschen  Gedichte  des  11.  und  12.  Jahrhunderts ­
  im  Jahre  1S49  (vgl.  Einleitung  S.  XXXIV),  deutlich  mit
den  Worten  ausgesprochen,  dass  ich  „die  vier  Evangelien“  für  eine
neue  Auflage  des  Liedes  von  Ezzo  halte,  welche  das  ursprüngliche
Lied  nur  wenig  verändert  wiedergebe“.  Ich  that  dies  wiederholt
und  ausführlicher  im  Jahre  1831  in  meinen  Beiträgen  Tlieil  I.
S.  10.  Note,  und  gelegentlich  auch  in  späteren  Werken.  Vgl.  Genesis
und  Exodus,  Einleitung  S.  XXIX.
Meiner  Ansicht  folgten  die  Professoren  K.  Simrock  in  Bonn,
(vgl.  Altd.  Lesebuch  1.  Auflage,  1831,  S.  39;  2.  Auflage  S.  40),
K.  Möllenhoff  in  Berlin  (vgl.  Denkmäler  deutscher  Poesie  und  Prosa
vom  8.—11.  Jahrhundert,  S.  36  und  340),  Oskar  Schade  in  Königsberg ­
  (vgl.  dessen  Altd.  Lesebuch,  1862,  S.  87),  anderer  Fachgenossen,
welche  sich  nicht  eingehender  mit  diesem  Gegenstände  beschäftigten,
nicht  zu  gedenken.
Dagegen  sprachen  sich  aus:  W.  Wackernagel  in  seiner  Lit.
Gesch.,  Basel  1S4S,  S.  686  und  im  Altd.  Lesebuch  4.  Auflage,  1861,
S.  147,  Heinrich  Hoffmaun  von  Fallersleben  in  der  Geschichte  des
deutschen  Kirchenliedes,  Hannover  1S34,  S.  28,  der  alle  Dichtungen
der  Vorauer  Handschrift,  mithin  auch  unser  Lied  in  das  12.  Jahrhundert ­
  setzt,  und  Wilhelm  Grimm,  der  dasselbe  unter  dem  Titel  „das
ältere  Angengi“  wegen  der  Reime  entschieden  in  die  zweite  und  „die
Schöpfung“  in  die  erste  Hälfte  des  11.  Jahrhunderts  verweist,  vgl.
Geschichte  des  Reims  S.  33.  96.  173.
            
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