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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

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B  o  n  i  t  z

Poetik  I,  S.  32,  und  S.  33  über  avaraaig  und  <7Öarrjp.a).  Noch  viel
weniger  Auffallendes  hat  eine  solche  Erweiterung  des^Gebrauches
in  einem  Falle  wie  der  vorliegende,  wo  die  Bildung  auf  -m?  gar  nicht
dem  allgemeinen  Sprachgehrauche  angehört,  sondern  wohl  nur  von
dem  Philosophen  in  dem  Bedürfnisse  strenger  Scheidung  zu  dem
Zwecke  ausgeprägt  ist,  um  von  KuBog  einen  Theil  der  Gehrauchssphäre ­
  auszuscheiden  und  der  ndBriOig  zuzuweisen.  Denn  man  trifft
wohl  den  wirklichen  Inhalt  des  Sprachbewusstseins  richtiger,  wenn
man  bei  dem  nachgewiesenen  Gebrauche  von  ndBog  im  Sinne  von
ndBriaig  nicht  von  einem  Verwischen  oder  Überschreiten  der  eigentlichen ­
  Grenzen  seiner  Bedeutung  spricht,  sondern  vielmehr  voraussetzt ­
  ,  dass  für  das  allgemeine  Sprachbewusstsein  xäBog  den  Vorgang
bezeichnet,  ohne  dass  dabei  überhaupt  an  eine  Scheidung  des  Geschehens ­
  von  dem  Ergebnisse,  des  Verlaufes  von  dem  Erfolge  bestimmt ­
  gedacht  ist.  Finden  wir  doch  von  Aristoteles  selbst,  der
neben  ndBog  zur  Unterscheidung  die  Form  KccByoig  stellt,  ndBog
gar  häufig  in  dem  allgemeinen  Sinne  des  Vorganges,  der  Erscheinung, ­
  des  Ereignisses  gebraucht,  ohne  dass  wir  im  Stande  wären,
die  Bedeutung  des  Erfolges  von  der  des  Geschehens,  des  Eintretens
auszuscheiden.  So  werden  in  der  belebten  Welt  Empfängnis  und
Geburt  als  ein  ndBog  bezeichnet  (ad  jj.iv  nlvipoOvTou  cd  di  tixtovgi
nccpa.'^pf,p.a :  roö  di  ndBovg  cd'nov  Gen.  an.  y  1.  751  a  16.  yivovrca
dyciag  .  .,  xa.i  oöx  suloyov  p.r)  nepi  näv  tö  yivog  avrüv  ö[xot6v
Ti  GviJ-ßccivsiv  ndBog  y  10.759  b  15,  vgl.  «  18.  726  a  2.  17.  721  b
16);  die  Brunst  der  Thiere  und  damit  zusammenhängende  Erscheinungen ­
  (Hist.  an.  £.  18.  572  a  15,  32,  b  25.  x  6.  637  b  9),  der
Puppenzustand  der  Schmetterlinge,  das  Häuten  der  Schlange,  die
Veränderungen  der  Thiere  nach  den  Jahreszeiten  (Gen.  an.  ß  1.
733  b  12.  Hist.  an.  £  17.  600  b  29.  y  12.  519  a  3),  das  Ergrauen,
das  Dunkeln,  das  Ausfallen  der  Haare  und  die  Ernährung  derselben,
von  der  diese  Veränderungen  abhängen,  sind  ndBrt  (yailctxpoöv-Tat
  .  .  .,  £ctt£  di  Ti  xaBoXou  To  toiovtov  ndBog  Gen.  an.  £  3.  783  b
10,  vgl.  4.  784  b  32,  785  a  4.  5.  785  a  23);  Schlaf  und  Wachen
(xa^-£ÜO££v  rj  iypYiyopsvar  dp.<piü  ydp  sgti  tö.  ndBri  raöra  nspi  cdgByioiv
  roö  npÜTOv  caiaBriTuov  Somn.  1.  454  a  23,  21,6  4),  ebenso
Erscheinungen  der  Sinneswahrnehmung  (xai  £v  Talg  vypa.lg  üpa.ig
■/.cd  y.pdiGEGi  Gvp.ßcdvei  tö  aöro  ndBog  nämlich  tö  yittov  d/.oveiv  Gen.
an.  £  2.  781  a  35,  vgl.  Meteor,  y  4.  373  b  4  rö  cdaBavcaBcu  ovtc
            
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