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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Über  die  Wahl  des  Königs  Adolf  von  Nassau.

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Jahre  1273  und  1298  und  bei  folgenden  Königswahlen  sich  regelmässig ­
  findet,  gerade  von  1292  fehlte.  Was  hätte  es  auch  für  einen
Sinn  gehabt  eine  solche,  die  noch  obendrein  gar  nicht  nach  einer
blossen  Stilübung  aussieht,  zu  unterschieben.
Wir  erfahren  also  ganz  in  Übereinstimmung  mit  allem,  was  wir
schon  wissen,  dass  die  Wahl  am  2.  hätte  stattfinden  sollen,  dass  sie
aber  verschoben  worden  ist  auf  den  3.  Mai  und  dass  der  Erzbischof
von  Mainz  das  [Recht  der  Benennung  des  Königs  erhielt,  d.  h.  mit
andern  Worten,  dass  man  seinen  Throncandidaten  annahm.  Eine  Unklarheit ­
  besteht  in  dem  ganzen  Wahl  manifest  in  dem  einzigen,  dass
es  lieisst,  Böhmen  habe  dem  Mainzer  die  Stimme  übertragen,  während ­
  von  den  andern  nur  im  allgemeinen  der  Consens  ausgedrückt  ist,
allein  vielleicht  erklärt  sich  diese  Verschiedenheit  im  Ausdruck,  um
die  Beistimmung  des  einen  und  die  der  andern  zu  bezeichnen,  einfach
daraus,  dass  für  den  Böhmen,  der  seine  Abwesenheit  durch  rechtsgiltigen
  Grund  entschuldigte,  Boten  intervenirten,  welche  bei  der  Proclamation
  natürlich  nicht  an  der  Seite  der  persönlich  anwesenden
Kurfürsten  stehen  konnten.  Für  den  abwesenden  Wenzel  war  denn
nöthig  ausdrücklich  zu  erklären,  dass  dem  Kurfürsten  von  Mainz  die
Stimme  desselben  übertragen  sei  und  dass  er  in  dessen  Namen  spreche,
während  er  von  ,  den  andern  Anwesenden  sagen  konnte,  dass  er  ihre
Zustimmung  erhalten  habe.
Und  so  gibt  uns  im  Grunde  die  geringere  und  dürftigere  Erzählung ­
  der  Urkunde  auch  hier  mehr  als  die  Mittheilungen  der  Schriftsteller ­
  darbieten,  welche  die  Zeiten  und  Stadien  der  Verhandlungen ­
  nicht  kennen,  und  unter  dem  Schlagworte  der  Wahl  alles
zusammenfassen,  was  ihnen  eben  über  Ereignisse  von  neun  Monaten
bekannt  geworden  ist,  Ereignisse,  die  sehr  geheim  gehalten  worden
sind,  und  die  man  nicht  an  die  grosse  Glocke  hieng,  sondern  von
denen  unsere  Geschichtsschreiber  unterrichtet  wurden  durch  untergeordnete ­
  Personen,  die  sich  dies  und  jenes  erzählten.
            
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