Über die Wahl des Königs Adolf von Nassau. 227
Februar—April. Prag. Graf Albrecht von Hohenberg unterhandelt
mit König Wenzel über die Wahl Albreclit's von
Österreich.
April, 13. München. Pfalzgraf Ludwig verspricht eidlich allen
Fleiss anzuwenden, damit die weltlichen Kurfürsten mit ihm
ihre Stimmen zur Wahl Herzog Albreclit’s von Österreich vereinigen.
Böhmer R. S. 171.
April. König Wenzel von Böhmen trägt dem Erzbischof Gerhard
von Mainz die Wahl des römischen Königs unter der
Bedingung auf, dass ihm dieser, wenn er erwählt sein werde,
zu seinen Rechten auf den nördlichen Theil von Österreich als
das ihm für den Brautschatz seiner Gemalin von König Rudolf
übergebene Pfand verhelfe in der Weise, dass er an dem
Besitze von Eger nicht gebindert werde und dass sein Pfandrecht
auch auf dasPleissnerLand neuerdings anerkannt werde,
worüber er bereit ist mit dem gewählten König in besondere
Unterhandlung zu treten. Zugleich versichert König Wenzel
den Erzbischof von Mainz der Wahlstimme von Sachsen und
Brandenburg, wenn die Bedingungen, unter welchen die letzten
ihre Stimmen auf Böhmen übertragen haben, erfüllt werden
wollen.
April, 26. Andernach. Graf Adolf von Nassau da er schon vor
längerer Zeit das Gelübde abgelegt sich dem Dienste des
heiligen Landes zu widmen, verspricht dem Erzbischof Sigfried
von Köln für den Fall, dass ihn dieser zur Beförderung
des genannten Zweckes zum König wählt, folgende Verpflichtungen
als gewählter König zu erfüllen, noch vor seiner Krönung
durch umfassende Bürgschaften zu gewährleisten, und
auch für den Fall in Ausführung zu bringen, dass er nicht
allein gewählt werden sollte, indem er versichert die Krone
eventuell auch gegen einen Gegenkönig annehmen und vertheidigen
zu wollen: Er wird sodann die Rechte der kölnischen
Kirche besonders und diejenigen der Kirche und der geistlichen
Personen überhaupt bestätigen. Dem Erzbischof Siegfried
wird er die von Köln beanspruchten Reichsburgen überlassen.
Er wird im Sinne der gegen den Grafen von Berg
erlassenen Excommunikation diesen zwingen auf seine SühnYerträge
vom Jahre 1289 zu verzichten, den Grafen von der
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