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Lorenz
didaten verbürgen musste, er werde die oben geschilderte Vergrösserungspolitik
Böhmens in der Weise zur Geltung bringen, wie
sich das aus den nachherigen Urkunden König Adolfs zeigt, war
doch durchaus nöthig, um Wenzeln zu veranlassen, auf Gerhard von
Mainz bei dem Wablacte, wie sich zeigen wird, zu compromittiren. Und
ebenso musste nun Mainz die von Böhmen den Kurfürsten von Sachsen
und Brandenburg gegebenen Versprechungen selbstverständlich
garantiren, da die letzteren ja gebunden waren, mit Böhmen zu
gehen. Da man keinen Grund hat, an eine Auflösung des Zittauer
Wahlbundes zu denken, so ist auch anzunehmen, dass in die Verständigung
zwischen Mainz und Böhmen die Sache Sachsens und
Brandenburgs ordnungsgemäss aufgenommen worden ist <).
Unter solchen Verhältnissen kamen die Tage der Wahl in Frankfurt
heran, bevor wir jedoch denselben unsere Aufmerksamkeit zuwenden,
wird es zweckmässig sein, das Gesagte an dem chronologischen
Faden zusammenzufassen, der am geeignetsten erscheint,
ein deutliches Bild von den Wahl vorgängen zu entwerfen. Wir stellen
zu diesem Zweck die Wahlacten regestenartig zusammen, indem
wir nur bemerken, dass die schon von Böhmer bezeichneten Urkunden
zur Ersparung des Raumes nur ganz kurz angeführt werden sollen
, das Detail der betreffenden Bestimmungen aber dort nachgelesen
werden mag.
i ) Aus dem Zittauer Vertrage vom 29. November 1291 heben wir noch die Stelle
besonders hervor, wo es heisst, dass die beiden Kurfürsten von Böhmen und Brandenburg
bei dem von ihnen zu erhebenden Könige Sorge tragen werden, dass er
dem Herzog von Sachsen die Auszahlung von 4500 Mark Silbers in angemessenen
Fristen sowie überhaupt die Förderung seiner Angelegenheiten vor der Wahl
zusichere, und noch von einem zweiten zu gebenden Versprechen vor der Wahl
wird gehandelt, welches den Austrag der Streitigkeiten zwischen Sachsen und
Brandenburg betraf. Hieraus lernt man wieder zweierlei, erstens dass die Wahlcapitulationen
etwas ganz selbstverständliches geworden waren und dass Köln
also nicht allein stand mit seinem Vortrage vor der Wahl, und zweitens, dass im
November 1291 Böhmen selbst zu solchen Versprechungen die Hand bot, während
es jedoch im Laufe der Begebenheiten das Amt des Vermittlers Mainz anheimstellte,
welches daher höchst wahrscheinlich eine ähnliche Garantie für Sachsen übernahm,
wie es eine solche dem Böhmen gegeben haben musste.