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Lorenz
cabilis compositionis attemptabimus — sollte vor derartiger Interpretation
abschrecken, denn davon könnte doch zwischen solchen,
von denen der eine den ganzen Besitz des andern begehrt, nicht
geredet werden. Die Allgemeinheit der Thesis erklärt sich einfach
daraus, dass die Länder, von denen hier geredet ist, eben in demselben
Vertrage vom Könige Ottokar abgetreten worden sind, auf
Grund welches der König sein Pfandrecht auf Österreich geltend
zu machen suchte. Da ihm dasselbe verweigert worden, so hält
er sich nun natürlich an die Rechtsnachfolger Rudolf s, dem ja die
Länder — nach böhmischer Auffassung — abgetreten und zwar
unter den erwähnten Bedingungen hingegeben worden sind. Wir
haben also zwischen dieser Urkunde und der Angabe der böhmischen
Schriftsteller eine wohlverständliche Beziehung zu ersehen, und erfahren
auf diese Weise zugleich, dass die böhmische Regierung ihre
Absichten bei dem neuen Könige zu erreichen suchte, nachdem sie
über denselben Punkt mit Albrecht offenbar vergeblich unterhandelt
hatte. Inzwischen war es dem böhmischen Könige gelungen, vom
Könige Adolf nachher noch eine weitere Pfandschaft zu erwerben,
welche die territorialen Gelüste Böhmens noch nach einer andern
Seite befriedigen sollte. Da der Brautschatz der Königin Guta nach
dem Zugeständnisse Adolfs auf Grund des Vertrages von 1276
und nicht nach den nachträglichen Bestimmungen von 1277 geordnet
werden sollte, so war zunächst das Gebiet von Eger frei
gemacht. Damit es Böhmen nicht aus der Hand zu lassen genöthigt
sei, verpfändete es Adolf dem Könige Wenzel unter besonderen,
von jener Frage gänzlich unabhängigen Bedingungen bereits am
11. Mai 1292 (Böhmer Nr. 2) zugleich mit anderen Reichsgebieten,
dem Pleissner Land, Burg und Stadt Alteuburg, Chemnitz, Zwickau.
Das alles war mehr, als Herzog Albrecht hätte bieten können und
wollen, es gab den Ausschlag dafür, dass die böhmische Wahlstimme
von der Sache Albrecht’s abfiel. Allein am 13. April 1292, als Pfalzgraf
Ludwig dem österreichischen Herzoge das oftberührte Versprechen
gab, konnte man noch nicht in den Kreisen dieser Partei die
Hoffnung völlig aufgegeben haben, Wenzeln doch noch durch Zugeständnisse
zu gewinnen, und am wenigsten war man hier darüber
unterrichtet, dass die böhmische Politik bereits zwei andere Kurfürsten
mit sich vereinigt hatte, ein Umstand, der es eben dem
Könige Wenzel möglich machte, so grosse Forderungen zu stellen.