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Lorenz
andere Möglichkeiten nicht auch noch zu denken wären. So viel wir
vielmehr sehen, wird sich nach Ennen’s Urkunde nichts anderes
sagen lassen, als dass die Unterhandlungen zwischen Adolf und
dem Erzbischöfe von Köln wirklich erst am 26. April ihren Abschluss
gefunden haben, eben an dem Tage, an welchem die vorliegende
wichtige Urkunde ausgestellt worden ist. Und in der That ist das ja
eben früh genug gewesen, um den nach Frankfurt reisenden Erzbischof
zu seinem endgiltigen Entschlüsse zu bestimmen. Soll man
aber nun sagen, dass der so abgeschlossene Handel zwischen Adolf
und Siegfried des erstem Wahl herbeigeführt hätte? Wir denken
die Einigkeit, die sich in Frankfurt bei der Wahlversammlung darin
kundgethan, dass die sämmtlichen Kurfürsten auf den Erzbischof
Gerhard von Mainz compromittirten, werde nicht ein Resultat der
letzten Tage und Stunden gewesen sein, nachdem man neun Monate
zu einer neuen Königswahl nicht gelangt war.
Mit dieser Erkenntniss wird indessen nicht die Frage berührt,
wer etwa von den Kurfürsten zuerst gerade auf diesen Adolf von
Nassau aufmerksam gemacht haben möchte. Die Reimchronik selbst,
welche sonst dem Mainzer doch alle Schuld der Wahl von 1292
zuschreibt, spricht das Verdienst, auf Adolf hingewiesen zu haben,
Köln zu (cap. 62S). Levold von Northof nimmt das Gleiche für
diesen Kirchenfürsten in Anspruch (ed. Tross. S. 120). Einige andere
wissen zwar mehr von Böhmens ausserordentlicher Einwirkung, allein
im Ganzen haben alle diese Stimmen nicht den mindesten Werth.
Entscheidender ist eine schmeichelhafte Bemerkung des gewählten
Königs selbst, welcher von Siegfried sagt, dass er ihn „primo et
principaliter in regem Romanorum promoverit“ (Ennen S. 63 Nr. 7),
allein auch damit ist das Wesen unserer Frage nicht eigentlich
getroffen, denn das zu untersuchen, wer nun gerade der erste
den Namen des armen Grafen von Nassau in die kurfürstlichen Verhandlungen
hineingeworfen haben möchte — das ist wahrlich kein
Gegenstand, um den es sich der Mühe lohnte einen Finger zu rühren;
um die Ursachen der Wahl Adolfs und die Motive seiner Erhebung
handelt es sich in der geschichtlichen Erörterung. Wir sind fast in
Verlegenheit mehreres hierüber sagen zu sollen, allein auch hei
historischen Fragen werden möglichst viele Missverständnisse unter
den Gelehrten dadurch herbeigeführt, dass die Probleme eben selten
genau bezeichnet werden. So wollen wir also mit unseren Vorgängern