Über die Wahl des Königs Adolf von Nassau.
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folgerecht aller aus ihr schöpfenden zahlreichen Schriftsteller des
14. Jahrhunderts als widerlegt anzusehen sind, und in dieser Hinsicht
hätten wir kaum eine von Ennen abweichende Meinung geltend
zu machen.. Allein so verdienstvoll und dankenswerth Ennen’s Forschungen
auch sind, so vermögen mir dennoch nicht bei seinen Resultaten
stehen zu bleiben und hoffen, dass sich gerade für die
reichsgeschichtlichen und Verfassungsfragen auf Grund des jetzt vorliegenden
Materials noch weit eingehendere Ergebnisse gewinnen
lassen möchten. Ennen hat seine urkundlichen Funde — ich möchte
sicherlich nicht sagen zu hoch angeschlagen — aber in ihrer Beweiskraft
für Adolfs Stellung zu den Kurfürsten überhaupt und für die
Frage seiner Wahl im ganzen und grossen einigermassen überschätzt.
Der Schein, der durch das nun reichhaltigere kölnische Material zu
Gunsten der überwiegenden oder gar ausschliesslichen Bedeutung
Kölns für Adolfs Wahl entsteht, hat übersehen lassen, dass das
geringere Mass vorliegender Mainziseher, Trierisclier oder böhmischer
Urkunden keinen Schluss gestatte auf das Nichtvorhandensein von
gleichen Unterhandlungen zwischen Adolf und diesen letzteren Kurfürsten.
Ennen meint, weil wir durch seine ausgezeichnete Forschung
in die genauere Kenntniss der Beziehungen Adolfs zu Köln gelangt
sind, auch voraussetzen zu dürfen, dass diese Beziehungen die Wahl
Adolfs erklären müssten. Wir dagegen haben eine andere Schlussfolgerung
gemacht. Wir sagen: Wenn uns Herr Ennen in so schöner
Weise die Verhandlungen König Adolfs mit dem Erzbischof von
Köln aufgedeckt hat, — wie müssen die Beziehungen Adolfs zu
den andern Kurfürsten beschaffen gewesen sein, damit die Wahl
desselben zu Stande kommen konnte? Und eben diese geheimgehaltenen
Moti've halten wir für den eigentlichen Gegenstand der
Untersuchung und hoffen, dass sieh durch ihre Erforschung weit
allgemeinere und nicht minder sichere Ergebnisse feststellen lassen
werden. Es geht uns hiebei — wenn man uns die behagliche Ausbreitung
über Dinge, die sich eigentlich von seihst verstehen,
gestatten will — wie in manchen anderen Fragen, dass uns das
vorhandene geschichtliche Material blos da zu sein scheint, um
das nicht vorhandene zu enträthseln, während viele heutige Methoden
hierin freilich mehr eine sträfliche Neugierde und Voreiligkeit erblicken
und die Schüler anhalten, an nichts zu denken, was nicht
im Buche steht, weil die fortschreitende exacte Forschung mit der