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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Über  die  Wahl  des  Königs  Adolf  von  Nassau.

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folgerecht  aller  aus  ihr  schöpfenden  zahlreichen  Schriftsteller  des
14.  Jahrhunderts  als  widerlegt  anzusehen  sind,  und  in  dieser  Hinsicht ­
  hätten  wir  kaum  eine  von  Ennen  abweichende  Meinung  geltend
zu  machen..  Allein  so  verdienstvoll  und  dankenswerth  Ennen’s  Forschungen ­
  auch  sind,  so  vermögen  mir  dennoch  nicht  bei  seinen  Resultaten ­
  stehen  zu  bleiben  und  hoffen,  dass  sich  gerade  für  die
reichsgeschichtlichen  und  Verfassungsfragen  auf  Grund  des  jetzt  vorliegenden ­
  Materials  noch  weit  eingehendere  Ergebnisse  gewinnen
lassen  möchten.  Ennen  hat  seine  urkundlichen  Funde  —  ich  möchte
sicherlich  nicht  sagen  zu  hoch  angeschlagen  —  aber  in  ihrer  Beweiskraft ­
  für  Adolfs  Stellung  zu  den  Kurfürsten  überhaupt  und  für  die
Frage  seiner  Wahl  im  ganzen  und  grossen  einigermassen  überschätzt.
Der  Schein,  der  durch  das  nun  reichhaltigere  kölnische  Material  zu
Gunsten  der  überwiegenden  oder  gar  ausschliesslichen  Bedeutung
Kölns  für  Adolfs  Wahl  entsteht,  hat  übersehen  lassen,  dass  das
geringere  Mass  vorliegender  Mainziseher,  Trierisclier  oder  böhmischer
Urkunden  keinen  Schluss  gestatte  auf  das  Nichtvorhandensein  von
gleichen  Unterhandlungen  zwischen  Adolf  und  diesen  letzteren  Kurfürsten. ­
  Ennen  meint,  weil  wir  durch  seine  ausgezeichnete  Forschung
in  die  genauere  Kenntniss  der  Beziehungen  Adolfs  zu  Köln  gelangt
sind,  auch  voraussetzen  zu  dürfen,  dass  diese  Beziehungen  die  Wahl
Adolfs  erklären  müssten.  Wir  dagegen  haben  eine  andere  Schlussfolgerung ­
  gemacht.  Wir  sagen:  Wenn  uns  Herr  Ennen  in  so  schöner
Weise  die  Verhandlungen  König  Adolfs  mit  dem  Erzbischof  von
Köln  aufgedeckt  hat,  —  wie  müssen  die  Beziehungen  Adolfs  zu
den  andern  Kurfürsten  beschaffen  gewesen  sein,  damit  die  Wahl
desselben  zu  Stande  kommen  konnte?  Und  eben  diese  geheimgehaltenen ­
  Moti've  halten  wir  für  den  eigentlichen  Gegenstand  der
Untersuchung  und  hoffen,  dass  sieh  durch  ihre  Erforschung  weit
allgemeinere  und  nicht  minder  sichere  Ergebnisse  feststellen  lassen
werden.  Es  geht  uns  hiebei  —  wenn  man  uns  die  behagliche  Ausbreitung ­
  über  Dinge,  die  sich  eigentlich  von  seihst  verstehen,
gestatten  will  —  wie  in  manchen  anderen  Fragen,  dass  uns  das
vorhandene  geschichtliche  Material  blos  da  zu  sein  scheint,  um
das  nicht  vorhandene  zu  enträthseln,  während  viele  heutige  Methoden
hierin  freilich  mehr  eine  sträfliche  Neugierde  und  Voreiligkeit  erblicken ­
  und  die  Schüler  anhalten,  an  nichts  zu  denken,  was  nicht
im  Buche  steht,  weil  die  fortschreitende  exacte  Forschung  mit  der
            
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