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Lorenz
Herüberlegen endlich den Bericht der Reimchronik im wesentlichen
zn adoptiren •). Inzwischen erschien der III. Band von Kopp's grossem
Werke der Geschichte der eidgenössischen Bünde, worin die
Wahl Adolfs von Nassau getreu dem überall durchgreifenden Principe
dieses Werkes: nur den Urkunden entscheidendes Gewicht beizulegen,
geschildert wird. Mit der Vorsicht, welche Kopp stets den
Geschichtsschreibern, und wären es auch die ältesten, insbesondere
aber der Reimchronik gegenüber bewahrt, lässt er auch hier fast
ausschliesslich die Urkunden sprechen, und bescheidet sich lieber ein
dürftiges, als ein zweifelhaftes Bild von jenen Ereignissen aufzustellen.
Man wird daher selten und auch in dem vorliegenden Falle kaum
in der Lage sein, in einen erheblichen Widerspruch gegen Kopp’s
Aufstellungen zu gerathen, die Frage ist nur, ob sich nicht auf den
gleichen urkundlichen Grundlagen eine vollständigere Darstellung
gewinnen liesse. Kopp's rein chronologische, regestenartige Methode
die urkundlichen Nachrichten, wie die Perlen an einer Schnur zusammen
zu fassen, verhindert-ihn häufig auch die nächstliegenden
Beziehungen der urkundlichen Erfahrungen zu entdecken und wir
treffen ihn daher fast nie auf der Spur einer jener nothwendigen
Combinationen, aus welchen Absichten und Zwecke der bandelnden
Personen hervortreten 3 ). Die kurzen Angaben über Adolfs Wahl
sind daher durchaus zuverlässig, wir fänden es nur traurig, wenn
man nicht mehr zu wissen behaupten dürfte, als Kopp. Seither sind
aber von Herrn Wilhelm Preger in München 3 ) und von Dr. L. Ennen
in Köln einige wichtige neue Mittheilungen von Urkunden gemacht
worden, die eine abermalige Besprechung des ganzen Gegenstandes
nothwendig machen. Die Entdeckung L. Ennen’s und seine den
Urkunden vorausgeschickten Erörterungen (die Wahl Adolfs von
Nassau) haben nun das unzweifelhafte Verdienst, dass durch dieselben
jene österreichischen Überlieferungen definitiv beseitigt sind, und
dass in allen wesentlichen Punkten die Berichte der Reimchronik und
*) Vgl. besonders S. 212 ff. Die vorübergehende Freundschaft zwischen Albrecht
und dem Erzbischof Gerhard von Mainz gilt dem Verfasser als unumstösslich,
— wohl in Folge der angeblichen Sendung Katzenelnbogens, worüber
nachher.
2 ) Kopp III. 1. S. 24 ff.
3 ) Preger, Albrecht von Österreich und Adolf von Nassau. Programm des kgl.
Maximilians Gymnasiums in München 1865.