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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Entstehung  der  a-Deelination  etc.

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12.  Mit  Griecli.  -v;ai  theilt  auch  das  Vedische  -dbhis  das  Schwanken  in
Betreff  des  Numerus;  man  findet:  citräbhir  akaväbhir  yujyäbhir  puruväjäbhir
  üti.  So  Ath.  V.  6,  69,  1.  hiranye  =  htranyesu  u.  aragarät  Loe.
13.  Dass  yusma  aus  tyusma  entstanden,  dafür  liefert  das  Altbactrische  den
Beweis.  Neben  dem  Stamme  yusma  zeigt  es  den  Stamm  khsma.  Vergleicht  man
klislämi,  so  sieht  man  auf  den  erstenBlick,  dass  man  es  hier  mit  einer  ungenauen
Orthographie  zu  thun  hat:  lchstami  steht  für  histämi.  Die  Verhärtung  des  h  zu
q  ist  vor  y  und  v  etwas  theils  häufiges  theils  gewöhnliches.  Sie  ist  eine  Eigentümlichkeit ­
  nicht  blos  des  Altbactrischen.  Hierher  gehört  Armenisch  j?  des
Nom.  Plur.  ^  der  t.  und  2.  Pers.  Plur.  Regelrecht  könnte  freilich  höchstens
qstämi  werden,  khsma  führen  wir  demgemäss  auf  qsma  qyusma  hyusma  syusma
tyusma  zurück.  Man  vergleiche  noch  armen,  r P .
Für  den  noch  gar  nicht  beachteten  Wechsel  ven  ui  und  iu  wollen  wir  griech,
ösv-ripos  anführen.  Dies  steht  zunächst  für  Siu-rspvjg,  wie  AeuxaXt'cov  für  diuxa-Xtcov,
  dann  aber  für  dui-vepoc  (vgl.  dusiv  =  Svi-a^iv).
Das  Sansk.  liefert  für  patyus  aus  patvi-a  uns  einen  hochwichtigen  Beleg.
Bekanntlich  haben  die  Desiderativnomina  auf  -is  sulis  im  Genitiv  sutyus.  Wir
können,  da  eine  unmotivierte  Schwächung  von  Genitiv  -as  zu  us  zu  den  Unmöglichkeiten ­
  gehört,  diese  eigentümliche  Form  nur  durch  den  Einfluss  eines  u
erklären,  und  setzen  desshalb  an  sutyv-as  als  nächst  zurückliegende  Form.  Nun
setzt  aber  sutis  die  Form  suta  voraus,  wir  reconstruieren  demgemäss  sutiyu  sutayu,
  oder  mit  andern  Worten:  die  Desiderativnomina  auf  -'is  sind  nichts  als
veränderte  Bildungen  anf  ayu-s.  Nun  erklärt  sich  der  Loc.  Sing,  sutyäu.  Es  erklären ­
  sich  aber  auch  die  Verba  auf  -iya,  die  mit  jenen  Nominibus  enge  Zusammenhängen. ­
  Es  ist  nun  auch  klar,  dass  die  Abtheilung  iy-a  die  richtige  ist.  Nach
y  ist  ein  u  abgefallen,  das  im  Griechischen  geblieben  ist.  Denn  wie  die  Sanskrt-Nomina
  auf  -ayu  den  griechischen  auf  -su-g,  so  entsprechen  die  Sanskrt-Verba
auf  -iya  den  griechischen  auf  -suto,  und  diese  haben  folglich  kein  y  eingebüsst.
Dass  hiemit,  was  §.  14  über  die  Nichtzugehörigkeit  des  y  zur  Verbalderivation
gesagt  worden  ist,  schlagend  und  unwiderleglich  bewiesen  ist,  wird  Niemandem
entgehen.
Mit  dem  S.  184  §.  31  bewiesenen  Übergänge  von  f  u  steht  es  in  Einklang,
wenn  wir  die  griechischen  Formen  -oet'to  (qeXaaeioi  Öia/Sijffsc'to  iro/lspjust«)  änraX-Xafa'tn)
  aus  ff/rito  erklären).  Da  nun  die  Sanskrtformen  asja  gleichfalls  unter
andern  auch  Desiderativbedeutung  hat  (apvasyäti  'verlangt  nach  dem  Hengste’),
so  combinieren  sich  diebetreffenden  Formen  asyu  (ayu)  asyäti  iyäti  (iyvati)
j£i!o  apio)  in  natürlicher  Weise  zu  asvi-,  worüber  später  mehr.  Wer  übrigens
hiemit  verbindet,  was  Prof.  Leo  Meyer,  vgl.  Sprachlehre  der  Grieeh.  und  Lat.
Spr.  Bd.  II,  p.  363  384—5,  sagt,  und  Formen  wiejanisya  bhavisya  (syat)  bhujisya
  karisya  nteisya,  der  kann  in  Bezug  auf  das  Futur  zu  interessanten  Schlüssen ­
  gelangen,  die  hier  zu  verfolgen  uns  zu  weit  führen  würde.
Eine  genaue  Analogie  zu  dem  Pronomen  tvi  (von  dem  vielleicht  vUO-  üiound
  Altbaetr.  in  derselben  Bedeutung  qyaona)  bietet  das  fragende  Pronomen  ka.
Deutsch  Latein  (indirect  Griechisch  Oskisch)  Sansk.  (kit-tra  —  kva-tra,  kutas
=  kva-tas;  vgl.  kata  kutila  kaksya  kuksi  cakra  xuxXo  vakra  etc.  kati-paya
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LV.  Bd.  I.  Hft.  13
            
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