Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 55. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Entstehung  der  a-Declination  etc.

183

Bildungs-Elementes  hinstellen.  Unsere  §.  21  aufgestellte  Behauptung, ­
  dass  in  Formen  wie  otxoi  etc.  nichts  als  einfache  verstümmelte ­
  Nominativformen  oixoat  vorliegen,  erhält  hiemit  ihre  endliche
Begründung.  Wir  bemerken  gleich,  dass  das  Pronomen  svi-t  (Sanskrt
  t  im  svit),  identisch  damit,  tva  und  tya  Spaltungen  davon,  ta  sa
letzte  Schwächungen  sind.  Das  Relativpronomen  des  Sanskrt  -ya
ist  aus  tya  sya  geschwächt,  wie  das  Altbaktr.,  Altpersische  in  Form
und  Gebrauch  erkennen  lassen,  die  homerischen  Formen  Irj?  aus
kies  6ov  aus  eov  sya-sya  beweisen.  Dass  die  persönlichen  Pronomina ­
  darauf  zurückgehen,  ist  wohl  gleichfalls  selbstverständlich
(Sanskrt  yusma  aus  tvya-sma  tyu-sma  wie  tya  in  mrtyu,  vgl.  mit
slav.  MpxTK'Ä,  so  erklären  wir  patyus  aus  patvi-as).  Anm.  13.
Hieraus  nun  folgt  vor  allem,  dass  das  sogenannte  nominativbil  -
dende  Element  identisch  ist  mit  demjenigen  pronominalen  Elemente,
das  seit  unvordenklichen  Zeiten  als  wortbildendes  Element  wirksam
ist.  Es  erhellt  hieraus,  wie  gänzlich  unbrauchbar  die  Ansicht  ist,
dass  das  Pronomen  sa  die  Grundlage  des  Nominativ-s  sei.  Diese  Annahme ­
  ist  unerweislich  und  unfruchtbar.  Sie  führt  uns  nicht  um  einen
Schritt  über  sich  selbst  hinaus,  und  dies  ist  das  sicherste  Kennzeichen, ­
  dass  sie  innerlich  unberechtigt  ist.  Das  sicherste  Kriterium
der  Richtigkeit  einer  sprachgesehichtlicken  Entdeckung  ist  dass  mit
ihr  gleich  ganze  Reihen  von  Erscheinungen  erklärt,  von  Fragen  gelöst ­
  sind.  Wie  kommt  nun  dies?  Dies  kommt  von  dem  engen  bisher
viel  zu  gering  angeschlagenen  Zusammenhänge  der  Wortbildungen,
die  eine  in  sich  zusammenhängende  Geschichte  besitzen.  Es  ist
daran  festzuhalten,  dass  die  Modiiication  des  Suffixes  sich  am
Worte  erzeugte.
Die  Lautverbindung  ui  ist  auch  bei  dem  Suffixe  tar  nachweisbar. ­
  Bekanntlich  zeigt  das  Slavische,  Litauische  i  Stämme,  ebenso
zum  Theil  (im  Plural)  das  Sanskrt.  Spuren  von  u  zeigt  Sanskrt
im  Gen.  Abi.  Sing,  pitus  pitur.  Das  svorr  kann  nur  einem  ursprünglich ­
  hinter  dem  r  vorhanden  Gewesenen  entspringen,  und  Gothisch
bekanntlich  flectirt  die  Verwandtschaftswörter  nach  der  «t-Declination,
broprjas  bröprive  etc;  wie  die  i-Flexion  aus  einem  vorhanden  gewesenen ­
  (vgl.  §.  2)  i  ihren  Anlass  herleitet,  so  die  //-Flexion  aus  einem
ursprünglichen  u,  und  hiezu  nehme  man  die  Sanskrtformen  bhrätrvya
pitrvy-a,  griechisch  pr/Tput-ä,  Albaktr.  bhrätüirya  (Sanskrt  mätula)
griech.  eönarepetct  für  sÖTrorrspfta  (dass  Digamma  in  s  übergeht,  wür-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.