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Z i n g- e r 1 e
Ich hin ir auch zv dinst geborn
vd sy mir zv einer frawen,
als sy mein hertz hat auß erkor»
vor blnmlein in der awen.
wan ich an sicli ir weiplich gilt gestalt,
so muß mein hertz sich frewen bald
vnd mag dy weil nit werden alt.
nimant kan sy mir leiden.
Sy ist meins hertzen paredeis,
in meinem leben ein bluendes reiß,
in irem dinst wil ich werden greiß
vnd wil von ir nit scheiden,
sy ist gcborn von hoher art,
in meinem hertzen also zart,
daz mir kein fraw ny liebers wart,
daz swer ich bey dem ayde.
Bl. ll" b und Bl. 12“ enthalten eine lateinische Erzählung mit dem
Anfänge: „Fuit vir in Oriente nomine Nemo et fuit vir ille ut alter Joh
nmgnus int er omnes orientales magnus fuit natus, magna et prosapia
etc.“ — Bl. 12“ gibt überdies einige lateinische Zweizeilen z. 13.
Oruncine trotans, cum bis commedens, cgo potans,
Tu solves totum tibi pastum, sic mihi potum. —
Centum vel mille veilem, tibi quod daret ille
Basia sub cauda, qui tc pereussit, alauda. —
In me cur dubitas? tua sum dilecta Beatrix.
Noscere si cupias, patet inter crura cicatrix.
Auf Bl. 12 b folgen Sprüche, welche meist Freidanks Bescheidenheit
3 ) entlehnt sind:
Wa man den esel crönet,
da ist das lant gehonet.
der esel vnd die nachegall,
die singent vngeleichen schall,
esels slim vnd gawches sang
erkenn ich an ir beider danck.
der esel lwet and' den wan,
er want vil wol gesungen han.
1) orgrfales. Hs. 2 ) Grimm 140, 2—22.