Über die in Tirol angestellten Weisthümer-Forschungen. 149
das Niveau ländlicher Vorurtheile doch so weit erheben können, dass
er den Zweck solcher Forschungen einzusehen vermöchte.
In Abs am fand Referent im von Kripp’schen Archiv ein Urbar
aus dem IS—16. Jahrhundert. Papier, 13 Blätter in 4°.
Bl. 8"- „Item hie ist vermerkt, wen man pawtäding haben sol
oder haben wil von notdurft vnd Ehafter Sachen begen“.
Bl. 9"- Item hie sint vermerkt die Ehaft vnd recht der hofmarch
des mairhofs zu Abzan, als sy der selb Mairhof mit recht, Öffnung
vnd meldung ye vnd ye her pracht vnd gehalten hat“.
„Item von erst ist zu wissen, das die hofmarch des benanten
Mairhofs langt vnd wert als vern vnd als weit, als vern das oblai der
kirchen vnd des dorfs zu Abzan vnd das oblai der kirchen sand Michel
auf dem Wald gelanget.“
Auf seiner Ferienreise um Ostern entdeckte Referent in der
deutschen Gemeinde Truden im italienischen Gerichtsbezirke Cavales
:
a. „Libro primo, secondo, terzo, nel quäl si contengono li statuti,
ordeni et consuetudine della magna communita di Fiemme 1700“.
b. „Trudener Rigelbuch vom Jahre 1798 (Dorfrecht nebst Waldordnung)“.
c. Schneckenrecht vom Jahre 1803.
In N e u m a r k t, M o n t a n, sowie in den deutschen Gemeinden des
tiefem Wälschtirols: Palü und Luserna, fand sich keine Ausbeute.
Lehrer Schöpf inNeumarkt versprach, weitere Nachforschungen zu
pflegen und Referenten die Fundorte vorläufig anzuzeigen.
Prof. Dr. Kerer übergab eine Abschrift des Rechtes von Antholz,
Papier, 3 Blätter in 4°., dessen Original in dem k. k. Statthalterei-Archive
(Brixner Archiv, Lade 102) sich befinden soll, vom Referenten
jedoch bisher nicht aufgefunden wurde. Die Abschrift ist mit der
grössten Genauigkeit gefertigt.
„Hie ist vermerckt dy recht des Hochwirdigen Gottzhaws ze
Brichsen vnd die grentz des tals jn Antholtz.“
„Am ersten so get das gericht in Antholtz hinvber an dem
Swartzenpach huntz an Erlspacher Brugken, vnd das gericht gett herawf
awf payden pirgen etc.“
Schluss: „Item auch alles vich, so dy nachpawrn in Entholtz
wintern vnd selb fuern vnd wan sy das durch das gericht Altrasen
treiben, so seint sy nicht schuldig furvart zw geben davon, vnd ist von