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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 54. Band, (Jahrgang 1866)

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M  u  s  s  a  f  i  a

La  vuestra  grand  solitud,
illiistre  reyna  bendita,
descubrio  vuestra  virtud
de  toda  sospecha  quita,
que  seyendo  vos  en  essentia
de  la  magestad  presentia,
non  fuera  vuestra  prudentia
de  bienes  tantos  admita.
Ansy  que  si  padesceys.
Si  mi  grand^prolixidat.
Es  lässt  sich  kaum  annehmen,  dass  der  Codex  defeet  sei,  da
26—27  den  fünften  innersten  Bogen  einer  Lage  ausmacht.  Näher
liegt  die  Verinuthung,  dass  der  Abschreiber  vergessen  habe,  zwischen ­
  der  Romanze  und  dem  Liede  irgendwie  zu  unterscheiden,  ein
Versehen,  das  höchst  wahrscheinlich  schon  in  M  begegnet.  Denn
auch  hier  soll,  nach  Gayangos'  und  Vedia’s  Angabe,  gleich  nach
der  Romanze  das  Lied  von  Carvajales:  Sic,nt  passer  solitario  folgen, ­
  die  Romanze  aber  erstreckt  sich  von  Bl.  t33 b  bis  wenigstens
135 b ,  nimmt  also  volle  fünf  Seiten  ein,  was  bei  ihrem  Umfange  von
90  Versen  kaum  möglich  ist.
XVII.
Es  folgen  nun  in  gleicher  Anzahl  und  Ordnung  wie  in  M  nicht
weniger  als  35  Stücke  von  einem  Dichter  Namens  Carvajal  i),
welche  man  nicht  anstehen  wird,  als  den  anziehendsten  Theil  unserer
Sammlung  zu  bezeichnen.  Über  den  Dichter  ist  sonst  nichts  bekannt;
auch  begegnet  man  seinem  Namen  in  keinem  andern  Cancionero.  Er
schlägt  am  liebsten  den  volkstümlichen  Ton  an,  den  er  auch  mit
ziemlichem  Glücke  zu  treffen  weiss.  Besonders  anmuthig  sind  seine
Serranillas,  welche  den  Vergleich  mit  denen  des  Marquis  von  Santillana
  nicht  zu  scheuen  brauchen.  Dass  er  am  aragonesischen  Hofe
grosser  Beliebtheit  sich  erfreute,  mag  schon  aus  dem  Umstande  erschlossen ­
  werden,  dass  er  mehrmals  im  Namen  des  Königs  dichtete,
theils  um  auf  eine  poetische  Anfrage  zu  antworten  (XXVI),  theils  um
dessen  Gefühle  für  die  berühmte  Lucrefia  de  Aninno  (Anagni,  Alanio)
Ausdruck  zu  geben  (XXIV).  Dass  er  aber  auch  öffentlichen  Ereignis-1)
  Es  kommt  auch  die  wohl  weuiger  richtige  Form  Carvajales  vor.
            
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