Euripideische Studien.
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nisinomen pulcrum esset, crudelissimo et foedissimo immolare liumanas
victimas: sed eum ritum iis, quibus dignus erat verbis describere
verita suspendit orationem, et tacere se metu deae ait: tum quod
exorsa erat lenioribus verbis, avertens a se suspicionem crudelitatis,
persequitur“. Von derselben Voraussetzung gehen Schöne und Nauck
aus, indem sie rd d’dAAa — ar/O) ty/v Ssdv (poßovp.ivYi schreiben.
Schöne: „Td aila — ist abscheulich, hat sie im Sinn, auf die
besonderen Gebräuche der Opferung deutend, wie sie Herodot 4, 103
beschreibt“. Das kann es aber nicht sein, was Iphigeneia aus Furcht
vor der Göttin verschweigen zu müssen glaubte. Sie hat ja doch bereits
mit den Worten rouvop.’ n? xaXöv povov ziemlich klar ausgesprochen,
dass alles andere an dem Opfercultus abscheulich sei. Hat sie sich
also nicht gefürchtet, rovvop.' f t <; y.c/.aov pövov zu sagen, so fürchtete sie
sich schwerlich davor, die Opfer ausdrücklich für abscheulich zu
erklären. Übrigens sagt sie ja selbst 40 f. a<pd^ia. 6’ äAÄotatv p.fkei
äppr/Tund dies apprirx bedeutet sicher nicht „arcana“, sondern
„nefanda“.
Ich glaube, dass Iphigeneia nach V. 36 im Sinne hatte, ihr Loos
als ein trauriges zu bezeichnen und ihren Unmuth darüber auszusprechen,
dass die Göttin, indem sie sie rettete, sie zugleich unter
diese Unmenschen versetzte. Denn die ihr von der Artemis erwiesene
Wohithat der Rettung aus den Händen der Griechen musste in ihren
Augen dadurch verlieren, dass dieselbe Göttin es wiederum war, die
ihr dies unglückselige Leben bereitete. Wie sehr sie diesen ihren
priesterlichen Beruf wegen des grausamen Opfercultus beklagte, erfahren
wir ja aus vielen Stellen unserer Tragödie. Iphigeneia wollte
also, meine ich, nach V. 36 etwa so fortfahren: „0 dass mich doch
die Göttin gerade liieher versetzt hat! Ich kann für ihre Wohltbat
mich nicht zu Danke verpflichtet fühlen“. Das ist etwas, was auszusprechen
sie sich allerdings scheuen musste, weil sie durch solche
Vor würfe den Zorn der Göttin sich hätte zuziehen können. Dieser
Gedanke erscheint mir so natürlich, dass der Dichter getrost sich
darauf verlassen konnte, dass die Zuhörer denselben erratheu würden.
Der Dichter hat meiner Meinung nach für die Orientierung der
Zuhörer und für das Verständnis von ra ä)la genug getlian, indem
er eben rfjv Sedv <poß(jvp.ivo hinzufügte. An diesen unterdrückten,
aber hinlänglich angedeuteten Gedanken schliesst sich nun der folgende
Satz mit ‘/dp sehr passsend an.
Sitzb. d. phil.-hist. CI. LI1I. Bd. I. Hft.
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