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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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K  v  i  c  a  1  a

Es  bieten  sich  hier  mehrere  Annahmen  dar.  Man  könnte  glauben,
dass  5-vstv  ydp  xrX.  mit  Rücksicht  auf  rotatd’  gesetzt  ist  und  die  Epexegese
  von  vop.otst  rotatd’  enthält,  wie  ja  häufig  nach  demonstrativen ­
  Ausdrücken  der  folgende  erklärende  Satz  mit  yäp  eingeleitet
wird.  Man  könnte  auch  annehmen,  dass  7dp  eine  Begründung  zu  den
Worten  -ouvop.’  r,g  y.aXov  pövov  liefert,  da  diese  Worte  den  Tadel  vj
izlyv  roü  övop«zog  aic/pd  ianv  enthalten.  Wahrscheinlicher  ist  mir
aber,  dass  der  Dichter  7dp  mit  Bezug  auf  die  unmittelbar  vorhergehenden ­
  Worte  -d  ö'  d'hla  arjü  rrjv  Siov  <poßovp.£vri  oder,  genauer
gesagt,  mit  Rücksicht  auf  den  Gedanken,  der  der  fphigeneia  bei
diesen  Worten  vorschwebte  und  den  sie  aus  Furcht  vor  der  Göttin
unterdrückte,  gesetzt  hat.
Was  ist  nun  aber  dasjenige,  was  fphigeneia  aus  Furcht  vor  der
Göttin  verschwieg?  Manche  haben  angenommen,  dass  fphigeneia
gewisse  geheime  Opferceremonien  nicht  verrathen  wollte.  Aber  zu
dieser  Hypothese  eines  Mysteriencultus  ist  man  durch  gar  nichts
berechtigt.  Und  angenommen  aber  nicht  zugegeben,  dass  Iphigeneia
wirklich  unter  -d  dlla  dies  verstanden  hätte,  so  war  doch  für  sie
kein  Grund  zur  Befürchtung  vorhanden,  auch  wenn  sie  diese  angeblichen ­
  Mysterien  ausdrücklich  erwähnt  hätte.  Iphigeneia  spricht  ja
hier  zu  sich  selbst.  Und  wenn  es  auch  bekannt  ist,  dass  die  Prologe
des  Euripides  eigentlich  für  die  Zuhörer  bestimmte  Einleitungen  des
Dramas  sind,  so  konnte  der  Dichter  doch  Iphigeneia  nicht  so  sehr  aus
der  Rolle  fallen  und  sie  diese  Rücksicht  auf  die  Zuhörer  nehmen
lassen.  Euripides  war  sicher  weit  davon  entfernt,  auf  Mysterien  hinzudeuten; ­
  vielmehr  lässt  er  Iphigeneia  die  Opfergebräuche  V.  606  ff.
schildern.
Andere  nehmen  an,  dass  Iphigeneia  sich  scheute,  das  Opfer  als
ein  so  abscheuliches  zu  bezeichnen,  wie  es  verdiente.  Hermann:
"O^v  apertum  est  ad  id  referri,  quod  sacerdos  facta  est  Iphigenia.
Itaque  dictura  erat,  hinc  se  ritu,  quo  dea  gauderet  sacri,  cuius  nihil

aliam  sententiam  per  particulam  '/dp  denuo  restauratam,  quasi  omissa  hac
particula  haberemus  hanc  orationem  integram:  cXSrsv  vou.oigi,  oEAiv  -ijösrai
Sei  "Aprspuc,  sopvvjc,  rvj;  rouvopa  xaXöv  povov—ra  o  ’  aXXa  <7i*/m,  rrjt  3söv
ooßoupsvvj  —  Süc0  og  ob  xazfljy  rrjvSs  yyjv  J'XXvjV  äv^p“.  Aber  >/otp  wird
nie,  sowie  ouv,  zur  blossen  Wiederaufnahme  der  Erzählung  gebraucht.
Die  zw r ei  von  Hand  angeführten  Beispiele  sind  ganz  anders  zu  erklären.
            
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